Waldschlösschenbrücke : Steinmeier: Verlust des Welterbe-Titels wäre "abträglich"

Im Streit um den Brückenbau im Dresdner Elbtal hat sich Außenminister Steinmeier eingeschaltet: Ihm liege "sehr viel daran, dass Dresden seinen Status als Weltkulturerbe nicht verliert".

Dresden/BerlinIm Streit über den Brückenbau im Unesco-Welterbe Dresdner Elbtal hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) für eine pragmatische Lösung plädiert. Ihm liege "sehr viel daran, dass Dresden seinen Status als Weltkulturerbe nicht verliert. Dies wäre auch dem Ansehen unseres Landes abträglich", sagte Steinmeier der "Sächsischen Zeitung". "Am besten wäre es, eine ausgewogene Lösung zu finden, die dem Kulturgüterschutz ebenso Rechnung trägt wie den praktischen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger in Dresden."

Der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, hat unterdessen die Unterstützung des Auswärtigen Amtes gefordert, das für die auswärtige Kulturpolitik zuständig sei. "Es versteht kein Mensch, warum es nicht mehr politische Führungsqualität gibt in diesem Zusammenhang", sagte Roth im Deutschlandradio. "Die Politik setzt eindeutig auf Vergessen, jetzt regt man sich fürchterlich auf, in ein paar Jahren redet kein Mensch mehr darüber", sagte er. Die Politik habe sich bei zahlreichen Vorhaben in vergangenen Jahren wenig nach den Meinungen innerhalb der Bevölkerung gerichtet. Das mache die Menschen mutlos und aggressiv.

Die Stadt Dresden riskiert mit der Errichtung der Waldschlösschenbrücke den Welterbe-Titel für das Dresdner Elbtal. Das Unesco-Welterbe-Komitee hatte Ende Juni beschlossen, die rund 20 Kilometer lange Flusslandschaft vorerst auf der Roten Liste bedrohter Stätten zu lassen. Bis zum 1. Oktober sollen Alternativen zur bisherigen Planung vorgelegt werden, andernfalls droht die Aberkennung des 2004 verliehenen Titels. Wegen des 160-Millionen-Euro-Projekts, das aus Sicht der UN-Kulturorganisation das Panorama verschandeln würde, wird sie seit 2006 als gefährdete Welterbe-Stätte geführt. (mit dpa)

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