Waldschlößchenbrücke : Welterbe-Titel für Dresdner Elbtal aberkannt

Das Dresdner Elbtal ist von der Welterbeliste der Unesco gestrichen worden. Das Welterbekomitee entschied, den vor fünf Jahren verliehenen Titel wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke wieder abzuerkennen.

Das Dresdner Elbtal verliert wegen des Baus der umstrittenen Waldschlößchenbrücke nach fünf Jahren seinen Welterbe-Titel. Das teilte die deutsche Unesco-Kommission am Donnerstag in Bonn mit. Aus Sicht der Unesco wird die Brücke das Elbtal irreversibel zerschneiden und die Kulturlandschaft mit ihren Flussauen zerstören.

Die Entscheidung hatte das Unesco-Welterbekomitee nach längerer Beratung bei seiner Sitzung im spanischen Sevilla getroffen. Damit wird erstmals einer Kulturstätte das begehrte Gütesiegel der UN- Kulturorganisation aberkannt. Dem Welterbekomitee gehören Vertreter aus 21 Ländern an, Deutschland ist derzeit nicht darunter. Die Entscheidung in Sevilla fiel mit 14 zu 5 Stimmen bei zwei ungültigen Stimmen.

Sie war ursprünglich für Mittwoch erwartet, aber aufgrund von Verzögerungen bei den Beratungen verschoben worden. Am Vormittag dann hatte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) eine Minute Redezeit bekommen. Die von der Stadt angestrebte Vertagung des Votums bis nach Vollendung des Bauprojekts hatte das Gremium abgelehnt.

Deshalb hatte die UN-Kulturorganisation das Dresdner Elbtal schon 2006 auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gesetzt. 2007 und 2008 gab es Gnadenfristen, zuletzt forderte die Unesco klar einen Tunnel als Alternative. Der Bau der Brücke hatte Ende 2007 begonnen. 2011 soll die Flussquerung befahrbar sein. Eine Aberkennung hat es in der Unesco-Geschichte bislang erst einmal gegeben, jedoch für eine Naturstätte in Oman. Das Elbtal ist als Kulturlandschaft eingestuft und gehört damit zur Kategorie der Kulturstätten. (nal/dpa)

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