"Wallenstein"-Inszenierung : Brandauer kündigt "Schiller-Woodstock" an

Die Inszenierung der gesamten "Wallenstein"-Trilogie von Peter Stein wird nach den Worten ihres Hauptdarstellers Klaus Maria Brandauer "ein Schiller-Woodstock in diesem Sommer in Berlin".

Berlin - Premiere der rund zehnstündigen Aufführung mit "Wallensteins Lager - Die Piccolomini - Wallensteins Tod" von Friedrich Schiller ist am 19. Mai in einer ehemaligen Brauerei in Neukölln, gespielt wird bis zum 7. Oktober. Es ist ein Projekt des von Claus Peymann geleiteten Berliner Ensembles. "Ein Skandal muss es eigentlich sein, es muss ein Skandal werden", sagte Brandauer (63) in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Zu den weiteren Darstellern gehören unter anderem Peter Fitz, Elke Petri, Jürgen Holtz, Roman Kaminski, Walter Schmidinger, Axel Werner, Elisabeth Rath und Friederike Becht.

"Ich habe nicht entfernt an ihn gedacht"

Stein, der am 1. Oktober 70 Jahre alt wird und der zuvor schon Goethes "Faust" erstmals in voller Länge inszenierte, hatte Brandauer zunächst nicht im Auge gehabt. Er habe ihn auf der Bühne nie gesehen. "Ich habe ihn in Filmen gesehen, wo er mir sehr oft unsympathisch war ... Für mich hat Brandauer als möglicher Mitarbeiter in meinem Theater nicht existiert, auch weil er wahnsinnige Gagen verlangt und was weiß ich alles. Ich habe nicht entfernt an ihn gedacht", sagte Stein dem "Spiegel".

Der Regie-Kollege Luc Bondy habe ihn auf Brandauer ("Mephisto", "Jenseits von Afrika") aufmerksam gemacht, "als meine Versuche, den Wallenstein zu besetzen, fehlschlugen", sagte Stein. Jetzt stelle er fest, dass Brandauer "absolut professionell ist, es gibt keinerlei Zickigkeiten. Ich hatte schnell das Gefühl, dass wir schlicht und einfach zusammengehören". (tso/dpa)

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