Kultur : Walser kritisiert Befürworter des Irak-Kriegs

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Der Schriftsteller Martin Walser (76) geht mit den Befürwortern der amerikanischen IrakPolitik hart ins Gericht. Eine politische und moralische Vorherrschaft der USA dürfe es nicht geben, sagte der Autor in Nußdorf am Bodensee – „auch wenn jetzt noch so viele Intellektuelle versuchen, nur weil der Krieg jetzt sozusagen gewonnen zu sein scheint, ihm nun noch eine Rechtfertigung zu erschreiben“. Solche Versuche seien „lächerlicher Opportunismus“. Lobende Worte fand Walser, dessen neues Buch „Meßmers Reisen“ an diesem Montag erscheint, für Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der sich mit seiner Ablehnung des Irak-Kriegs gegen den Bündnispartner USA gestellt hatte. „Ich finde, unser Bundeskanzler hat sich toll verhalten. Schröder ist das bisher noch immer nicht deutlich genug gesagt worden“, meinte Walser. Von der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel, von der er bis zum vergangenen Jahr „sehr viel gehalten“ habe, zeigte sich Walser enttäuscht. „Da fährt man doch nicht nach Amerika und heuchelt Verständnis“, kritisierte er. „Für mein Gefühl hat sie da ihre politische Zukunft aufs Spiel gesetzt“. Derzeit arbeite er „Tag und Nacht“ an einem kurzen Roman mit dem Titel „Der Augenblick der Liebe“. Das Buch werde möglicherweise noch in diesem Jahr erscheinen. dpa

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