Kultur : Was ihr wollt

Uta Maria Reindl

Kasper Königs "Museum unsere Wünsche" in Köln ist in Erfüllung gegangen. Seit Anfang November 2001 präsentierte der frisch angetretene Leiter des Museum Ludwig 60 Kunstwerke der Gegenwartskunst im Kontext der ständigen Sammlung des Hauses, um "die Karten neu zu mischen", wie er sagt. Vor allem galt dies den Institutionen, Firmen, Sammlern und kunstinteressierten Bürgern, die durch Ankäufe zu Mitakteuren des "Museums unserer Wünsche" werden sollten.

Das Experiment ist geglückt: 90 von insgesamt 149 Exponaten, also rund 60 Prozent der Kunst "unserer Wünsche" wurde angekauft, für 1,5 Millionen Euro. Folglich hat auch die Abmachung gegriffen, die Kasper König mit der Stadt traf: Nur wenn ein Drittel der Ankaufsumme von der Ludwig-Stiftung, ein weiteres Drittel vom jeweiligen Käufer oder Stifter getragen werde, wollte die Stadt ein Drittel beisteuern. Zum Abschluss zog König gemeinsam mit Vertretern der verschiedenen Förderer Bilanz, direkt neben den Grafiken und Editionen von Marcel Broodthaers. Diese waren für rund 500 000 Euro von der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW für das Museum angekauft worden. Der Sammler und Mäzen Wolfgang Strobl sprach von der Chance, die "Geisteshaltung" des Hauses beeinflussen zu können. Er hatte dem Ludwig-Museum die Installation "Silberfischchenhaus" (1999) von Carsten Höller und Rosemarie Trockel geschenkt.

Bis zu 150 000 Euro war vom Kuratorium und der Fördergesellschaft des von Wallraf-Richartz-Museums und des Museums Ludwig für Fotografie ausgegeben worden. Durch die Unterstützung des Künstlers und seiner Kölner Galerie kam es zum Ankauf von Andreas Gurskys "Tote Hosen" (2001), aber auch des Gemäldes "Melancholisches Mädchen" (1930) von Heinrich Hoerle. Im Namen der Gesellschaft für Moderne Kunst sprach Eberhard Garnatz von rund 2,5 Millionen Euro, die in den letzten sechzehn Jahren für Ankäufe ausgegeben worden seien. Nachdem König die Besucherzahlen nur diffus kommentiert hatte ("Sind in Ordnung"), gab er kurz Einblick in noch unerfüllte Wünsche, so Hans Haackes "Manet-Projekt 74" (1974). Doch auch er hatte im Katalog-Vorwort zur Ausstellung eingestanden: Ein Wunsch sollte immer übrig bleiben!

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