Was machen wir heute? : Afrika entdecken

Till Hein

Im Oktober fliege ich nach Afrika! Zum ersten Mal. Ich will dort für mein Buch „Der weiße Massai“ recherchieren. Leider habe ich noch keinen Verlag gefunden. Ein Zeitproblem. Denn die Schutzimpfungen lasten mich voll aus. In Basel wohnte ich quasi neben dem Institut für Tropenmedizin. In Berlin hingegen residieren die Tropenärzte am Spandauer Damm. Von Kreuzberg aus ist das ähnlich weit weg wie Mosambik. Immerhin ist die Dame in der Telefonzentrale hilfsbereit. „Ich schau gleich mal nach wegen Tollwut“, säuselt sie. Diese Erkrankung sei im südlichen Afrika selten, beruhigt sie mich. „Aber man stirbt daran.“

Zwingend benötige ich eine Hepatitis- A-Prophylaxe, haucht die Dame. Mit der Hepatitis-B-Prophylaxe zusammen gebe es ein tolles Sonderangebot. „Tetanus und Typhus“, sagt die Expertin weiter. „Klingt zumindest charmant“, denke ich. Falls ich mir mal Kampfhunde anschaffen sollte, werde ich sie Tetanus und Typhus nennen.

Gegen Malaria gibt es drei Mittel: Eines kann Psychosen auslösen („Aber wer sagt denn, dass sie zu den 20 Prozent gehören?“). Das andere heißt „Toblerone“ oder so und kostet so viel wie Gold. Das dritte Medikament ist billig – aber man braucht nach der Einnahme Sonnenschutzfaktor 60 wegen des Hautkrebsrisikos.

Leider kenne ich keine Afrikaner, die mich beraten könnten. Es heißt ja immer, Berlin sei so international. Schwarzen jedoch begegne ich hier viel seltener als früher in Basel. Dafür gibt es in Wedding eine Togostraße und eine Kongostraße.

Überraschung: Im sogenannten Afrikanischen Viertel in Wedding wohnen tatsächlich Afrikaner! Sie betreiben Restaurants, Afro- Shops, gemütliche Cafes und Clubs und haben eine Zeitschrift gegründet. Ich überlege jetzt, für mein Buch lieber im Afrikanischen Viertel zu recherchieren. „Der weiße Wedding-Massai“ ist doch auch ein super Titel! Till Hein

Beim Literaturfestival Berlin lesen noch bis zum 5. 10. viele afrikanische Autoren. www.literaturfestival.com; Telefon 25 489 100

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