Was machen wir heute? : An Magie glauben

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Neulich beim Elternabend hieß es: Läusealarm. Ein Aufstöhnen ging durch die Bankreihen. Diverse Mütter und Väter hatten offensichtlich schon Erfahrung. Glücklicherweise blieben wir bisher verschont; bislang haben sich Dreckpartikel auf den Köpfen von Jan und Josefine nie selbständig bewegt. Dafür kennen wir die Warze als Plage, die ebenfalls zur Grundschulzeit gehört. Irgendwie kommen sie angeflogen, ähnlich wie das Läusevieh. Während die einen das Haupthaar bevölkern, machen es sich die anderen an den Zehen breit. Armes Wirtstier Kind.

Wir dürfen nur nicht die Nerven verlieren, schließlich geht auch diese Phase vorbei. Die Methoden haben sich seit den eigenen Grundschultagen kaum verändert. Schon damals gab es diese grässliche Tinktur, die wochenlang aufgetragen wurde und am Ende doch nichts nützte. Oder die Methode der Vereisung, was dramatisch klingt. Der Effekt ist jedoch der gleiche wie bei der Tinktur: nichts passiert. Wieder andere schwören auf Kügelchen vom Heilpraktiker. „Wochen später fielen sie ab,“ schwärmte die Mutter von Josefines Freundin. Doch da war es schon zu spät. Ein Chirurg hatte ihren Fall erledigt. Oh, wir Rabeneltern, ginge das nicht schonender? Hinterher ist man immer klüger.

Aber siehe da, wir bekommen eine neue Chance. Zumindest versuchen wir es so zu sehen. Uns bleibt eine letzte Variante im Kampf gegen die Warze: Zauberei. Ein Freund hat die Methode per Fernheilung erfolgreich bei seinen Berliner Nichten angewandt. Er lebt in einem spanischen Dörfchen, dessen Name bereits wie eine magische Formel klingt. Dorthin hat Josefine ein Pflaster geschickt, das nun in einer Vollmondnacht in andalusischer Erde vergraben wird. Bislang ist das Wunder noch nicht eingetreten, doch wir glauben fest daran. Darin besteht unsere einzige Chance, dass sich der Placeboeffekt einstellt. Natürlich wird der Trick Josefine nicht verraten, denn sonst würden wir die Selbstheilungskräfte stören. Nicola Kuhn

Wer in Spanien keinen Wunderdoktor kennt, kann sich auch in Berlin an Helfer wenden, die Warzen besprechen: z. B.: www.reiki-praxis.eu.

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