Was machen wir heute? : Auf Bäume klettern

Wie ein Vaterdie Stadt erleben kann

Sven Goldmann

Am ersten Tag der Osterferien bringen wir den Kleinen und der Mittleren zu einem Hockeycamp nach Strausberg. Der Große ist zu groß für das Camp, aber die Fahrt nach Strausberg muss er trotzdem mitmachen, was ihn gewaltig nervt, weil er viel lieber ausschlafen würde. Auf dem Rückweg passieren wir ein Wäldchen, davor steht ein buntes Schild, und plötzlich ist der Große hellwach. Guck mal, Papa, ein Kletterwald, los, da gehen wir jetzt rein! Ich hoffe auf ein schneidendes Gegenargument der Frau, aber die hält das für eine blendende Idee, allerdings nur für mich und den Großen. Wir sollen mal ein bisschen klettern, sie setzt sich so lange in die Sonne und liest Zeitung.

Der Kletterwald besteht aus reichlich Bäumen, die mit allerlei Stricken und Seilen und Leitern verbunden sind. Jeder bekommt einen Gürtel mit zwei Karabinerhaken und einer Rolle, mit der man auf Drahtseilen zwischen den Bäumen hin- und hersausen kann, wie Tarzan früher im Urwald. Bei der Einweisung müssen wir uns 50 Zentimeter über dem Boden mit den Karabinern doppelt an einem Seil sichern, was ich ziemlich albern finde und deswegen sein lasse, worauf mich die Einweiserin freundlich, aber bestimmt zurück auf Los schickt. Irgendwann ist auch dieses Hindernis genommen und wir können endlich klettern. Das heißt, ich würde ja am liebsten nur zwischen den Bäumen hin- und hersausen, aber da der Große Tarzan nicht kennt, ist dieses Projekt nicht genehmigungsfähig.

Über die nächsten zwei Stunden will ich nicht viel mehr erzählen, als dass Männer wie Reinhold Messner bei mir jetzt den Status von Halbgöttern besitzen. Der Muskelkater wird furchtbar sein wird. Egal, so schnell werde ich nicht mehr in die Verlegenheit kommen, denke ich auf der Rückfahrt, aber da ruft der Große schon beim Mittleren an. Ja, natürlich holt er ihn und den Kleinen gern aus dem Camp ab, übrigens ist gleich gegenüber ein Kletterwald, habt ihr nicht Lust ... Sven Goldmann

Wunderbar klettern kann man bei Climb Up in Strausberg, Landhausstraße 16–18, bestens zu erreichen über den Berliner Ring, Ausfahrt Berlin-Hellersdorf.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben