Was machen wir heute? : Briefe schreiben

Gerd Nowakowski

Ovidio hat wieder geschrieben, aus Paraguays Hinterland, da, wo es besonders arm ist und es den Menschen selbst am Nötigsten fehlt. Dort lebt Ovidio mit seiner Familie. Die Töchter Franca und Lara antworten ihm abwechselnd; Lara schreibt schon in Spanisch, Franca hat mit der Sprache erst angefangen. Der 12-jährige Ovidio berichtet vom kalten, regnerischen Winter in seinem Land, dass er gerne Basketball spielt, aber auch, dass sie in ihrer Hütte jetzt einen Ofen aus Ziegeln haben und im Dorf einen neuen Klassenraum. Dass jemand keinen Ofen hat, darüber wundern sich die Töchter schon seit langem nicht mehr. „Wir helfen, damit das anders wird", sagt Franca. Hanifa kann noch nicht schreiben. Sie ist erst acht Jahre alt und lebt in Uganda. Wir schicken ihr einen kleinen Rucksack zu Weihnachten, für den langen Weg zur Schule. Wie es in Uganda aussieht, wie mit Brunnenbau, Einrichtung von sanitären Anlagen, Impfkampagnen oder Schulenbau das Los der Menschen im Dorf von Ovidio oder Hanifa erleichtert und Zukunft aufgebaut wird, darüber werden die 14-jährige Franca und die 17-jährige Lara regelmäßig von „Plan International" informiert. Durch die Hilfsorganisation wissen sie von den Problemen Afrikas oder Südamerikas, über fehlende Kinderrechte, Armut oder Aids. Vor Ovidio und Hanifa gab es schon Jhony aus Haiti und Grace aus Zimbabwe, davor noch Ivy aus Zimbabwe. Die Kinder haben Lara und Franca seit ihrer Geburt begleitet; „irgendwie wie Geschwister", findet Franca. Sie schicken Briefe und Fotos, die wochenlang unterwegs sind. Die Töchter haben über die Jahre von bitterer Armut, schreiender Ungerechtigkeit und von Unterdrückung erfahren. Beispielsweise bei Grace: Erst konnten Lara und Franca keine Briefe mehr nach Zimbabwe schreiben, dann flohen die Menschen vor Diktator Mugabe und die über etliche Jahre andauernde mühsame Arbeit des dörflichen Entwicklungsprojekts, das wir unterstützten, wurde zunichte gemacht. Alles umsonst. Und von Grace haben wir nichts mehr gehört. Gerd Nowakowski

Informationen: www.plan-deutschland.de

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