Was machen wir heute? : Der Generation Praktikum helfen

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Immer wenn man denkt, man hat etwas geschafft, geht es gleich von Neuem los“, seufzt Franca. „Ja, das nennt man das richtige Leben“, sagt der Vater. Franca hat nach wochenlanger Schufterei ihre Abiturprüfung hinter sich, sie ist fertig mit der Schule – und nun? Von wegen Ruhepause, das Leben stürmt jetzt erst richtig los, stellt Franca beunruhigt fest. So viele Entscheidungen sind nun zu treffen: Was will man studieren, wie will man wohnen, wohin will man im Leben?

„Ich sammle erstmal Erfahrungen in einem Praktikum“, hat sich Franca überlegt. Jetzt gehören die Töchter also auch zur ausgebeuteten Generation Praktikum, sorgt sich der Vater, denn auch die ältere Tochter Lara ist auf der Suche, um im Betrieb umzusetzen, was sie im Studium gelernt hat. Lange arbeiten, unfreundlich behandelt werden, und dafür nicht einmal Geld bekommen, warnt der Vater vor den kommenden Zumutungen. Aber irgendwas scheint sich verändert zu haben. „Du hast doch keine Ahnung“, sagt Lara. Sie jedenfalls kommt vom Bewerbungsgespräch zurück und erzählt, dass sie 800 Euro im Monat bekommt. Der Vater ist beeindruckt.

Ein Mit-Student erzählt, dass die Firma bei seiner Bewerbung sogar höflich angefragt hat, wann es ihm denn passe mit dem Assessment Center, dass er 1000 Euro erhalte, und dass halbtags auch in Ordnung wäre. Der Vater wundert sich; nicht nur, dass Firmen nun ein simples Personalgespräch mit einem Studenten sprachlich aufmotzen. Franca berichtet von einem „student succession project“, das das Unternehmen auf den Weg bringen möchte. Entweder wir sind so gut, mutmaßt Lara, oder die Firmen bekommen Angst, dass sie bald keinen Nachwuchs mehr bekommen, wenn sie nichts bieten. Franca hat sich trotzdem anders entscheiden. Sie hilft bei einem Straßenkinderprojekt in Indien. Ganz ohne Assessment Center, dafür lange Arbeitszeiten und Geld wird auch nicht gezahlt. Gerd Nowakowski

Sich abstrampeln, um vorwärts zu kommen, kann man Sonntag bei der Fahrradsternfahrt zur Siegessäule. Alle Routen: www.adfc-berlin.de

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