Was machen wir heute? : Ein Jubiläum vorbereiten

Stephan Wiehler

Emma feiert demnächst ihren 5. Geburtstag. Das ist ja sozusagen das erste größere Jubiläum, wir Eltern sind darum in besonderer Weise gefordert, uns etwas Besonderes für die Party auszudenken. Außerdem stellt das Kind hohe Ansprüche. „Och, nicht schon wieder ins Kindermuseum“, sagt sie. Denn da hat sie schon ihren 3. Geburtstag gefeiert. Auch das Figurentheater im Treptower Park (4. Geburtstag) fällt also als Veranstaltungsort aus.

Es gibt jede Menge Kindergeburtstagsangebote in Berlin. Sie können eine Führung im Zoo buchen, einen Prinzessinnengeburtstag im Schloss Charlottenburg feiern oder zum Dinofest ins Naturkundemuseum gehen. Es gibt Kindergeburtstage im Schwimmbad, in der Sternwarte, auf dem Bauernhof in der Domäne Dahlem und fast jeder Indoor-Spielplatz bietet Kinderpartys an. Aber die meisten dieser Angebote richten sich an ältere Kinder und die übrigen Partyorte hat Emma fast alle schon auf Geburtstagen anderer Kinder erlebt. Unsere Tochter feiert fast jede Woche einmal irgendwo Geburtstag, was wiederum für uns bedeutet, dass alle Kinder, deren Geburtstage Emma mitfeiert, einen natürlichen Anspruch darauf erwerben, zu ihrem Geburtstag eingeladen zu werden. Dadurch kommen auch Personen auf die Gästeliste, die Emma nicht unbedingt einladen würde.

„Am Sonntag gehst du zum Geburtstag.“ – „Freund oder Nicht-Freund?“ – „Felippe hat dich eingeladen.“ – „Ah, also Nicht-Freund.“

Auf diese Weise rechnen wir diesmal mit mindestens 15 Gästen. Das sprengt schon mal den Rahmen für eine Prinzessinnenparty im Schloss Charlottenburg, die auch unseren finanziellen Rahmen gesprengt hätte.

Ich habe das neue McDonald’s-Restaurant in Kreuzberg für eine Geburtstagsparty vorgeschlagen. Das Unternehmen hatte es doch so schwer mit dieser neuen Filiale, und ich finde, dass es unsere Unterstützung verdient. Außerdem hätte sich die Zahl der Teilnehmer durch die ideologischen Bedenken vieler Eltern wahrscheinlich verkleinert. Aber meine Frau ist dagegen. Wir wollen ja auch nicht, dass Emma am Ende allein mit Ronald McDonald feiern muss. Stephan Wiehler

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