Was machen wir heute? : Einen Mädelsabend

Wenn Mütter mit ihren Töchtern in den FIlm "Sex and the City" gehen, müssen sie nicht automatisch die beste Freundin spielen.

Sigrid Kneist

Eins vorweg. Ich bin nicht die beste Freundin meiner Tochter, ich bin die Mama. Dieser Unterschied muss sein, Anbiedern liegt mir nicht. Auch wenn wir durchaus offen über alles Mögliche reden, das letzte Wort behalte ich mir manchmal schon vor. Wenn es etwa um die Größe der Hot Pants geht, die Charlotte in der Schule tragen will, oder die Länge des Minirocks – komisch, wie diese Themen wiederkommen. Eine beste Freundin wäre da sehr tolerant; eine Mutter hat eben von Zeit zu Zeit gute Gründe, dies nicht zu sein.

Trotzdem unternehmen wir in letzter Zeit Dinge zusammen, so wie das auch beste Freundinnen machen. Machen richtige Mädelstage oder -abende. Beispielsweise wenn unser Mann im Haus nicht da ist. Als nächste Unternehmung haben wir uns fest vorgenommen, "Sex and the City" anzuschauen und uns dabei wie Carrie Bradshaw und ihre Freundinnen zu fühlen. Dabei kennt Charlotte nur den Trailer, nicht die Serie. Als die damals im Fernsehen lief, schlummerte sie immer schon tief, während ich versuchte, nicht eine Folge zu verpassen. Das war seinerzeit mein wichtigster Abendtermin. Aber inzwischen ist sie um Jahre älter und ein großer Fan der "Desperate Housewives". Wie ich auch. Damit ist sie reif für "Sex and the City", zumal die Kinoversion ja reichlich weichgespült und im Vergleich zur Serie entschieden entschärft worden sein soll. Den Soundtrack haben wir bereits zu Hause – mal tönt er aus Charlottes Zimmer, mal beschallt er mein Auto.

Um eines mache ich mir allerdings Sorgen. Meine Tochter liebt nämlich Klamotten und geht wahnsinnig gerne shoppen. Bei Carrie und Co. wird sie einige Anregungen bekommen. Kleider, Hosen, Shirts sind mir noch ziemlich egal. Ich fürchte Manolo Blahnik. Dass Charlotte diese super-teuren Wahnsinns-Stilettos entdeckt und entsprechende Begehrlichkeiten entwickelt. Da gibt’s aber nur eins. Das letzte Wort gehört mir, und das heißt: nein. Schließlich bin ich die Mama und nicht die beste Freundin. Sigrid Kneist

Der Film "Sex and the City" läuft derzeit in vielen Kinos.

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