Was machen wir heute? : Eingewöhnen

Andreas Austilat

Wir haben ihn heimgeholt, heim aus den USA, wo der Junge ein Jahr Austauschschüler war. Gewachsen ist er. Und abends macht er jetzt immer die Zimmertür zu, hat er früher nicht getan. Dann sitzt er vor dem PC und chattet mit Amerika.

Völlig klar, er braucht Zeit. Und es gibt ein paar Dinge, die er vermisst. Ich habe da mal eine kleine Liste gemacht und arbeite jetzt an der Lösung.

Chicken Wing Pizza: Ursprünglich aus Buffalo, New York. Nein, da gehören keine Hühnerflügel drauf, das Fleisch wird kleingehackt. Entscheidend aber ist die Ranch-Sauce, kriegt man mit hiesigen Zutaten schlecht hin. Und fertig ist sie mir in Berlin noch nicht untergekommen. Minuspunkt.

Caesar Salad: Schon einfacher, bei Reichelt gibt es sogar „Gardini’s Caesar Sauce“. Caesar Gardini gilt immerhin als Erfinder des Salats, der selbst leicht herzustellen ist: Romana mit Croûtons und Parmesan. Kein Problem.

Mountain Dew: Neongelber Limonadenmix mit Zitrone, Orange, Maissirup und Koffein. Mountain Dew hat unter US-amerikanischen Jugendlichen ungefähr die Popularität, die Coca-Cola bei uns vor 40 Jahren hatte. Im Internet gibt es sogar eine deutsche Fanseite, auf der für die Verbreitung in Deutschland gekämpft wird. Vereinzelt sollen Berliner Tankstellen das Zeug führen. Schwierig, aber ich bin dran.

Family Guy: Böse und anspielungsreiche Fernseh-Comicserie. So etwas wie der Nachfolger von den Simpsons. In den USA kommt demnächst die siebte Staffel, hier läuft auf Pro Sieben die vierte. Die deutsche Synchronisation findet unser Sohn allerdings blöd. Trotzdem keine Hürde. Die ersten drei Staffeln gibt es als DVD, mit englischem Ton. Lösbar.

Kino: Kinos, die Filme in der Originalversion zeigen, gibt es in Berlin inzwischen einige. Im Cine Star im Sony Center läuft der Animationsfilm „Star Wars: The Clone Wars“ am 13. August auch in der englischsprachigen Originalversion an. Das gibt es nicht mal in den USA. Da startet er erst zwei Tage später. Pluspunkt.

Gut, dass das hier Berlin ist. Wird schon werden mit der Eingewöhnung. Andreas Austilat

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