Was machen wir heute? : Fett messen

Till Hein

Als Schwein würde ich nichts taugen. Für den Kilopreis von Mastschweinen ist nämlich ihr „Magerfleischanteil“ entscheidend. Da kommt bei mir zu wenig zusammen. Als Auto hingegen wäre ich eine Wucht. Ich habe einen ziemlich niedrigen Grundverbrauch, sagte der Fitnesstrainer vom TiB-Sportzentrum in Neukölln: nur 1673 Kilokalorien verbrenne ich pro Tag – solange ich mich nicht bewege. Das hat eine Spezialwaage angezeigt.

1673 Kilokalorien entsprechen dem „Nährwert von drei Litern Bier“, sagte der Fitnesstrainer. „Perfekt!“, dachte ich. Nach Grottenspielen wie Deutschland gegen Österreich braucht man ja dringend eine solche Infusion. Überhaupt diese EM: Wieso konnten nicht wir Schweizer weiterkommen? Wir haben die C-Mannschaft von Portugal besiegt!

Ein Besuch im Sportzentrum kann sehr lehrreich sein: Je niedriger der „Grundumsatz“ eines Menschen, desto schneller wird er fett, wenn er gerne Käsefondue und Kaiserschmarrn isst. Mein Körperfettanteil betrage 16,3 Prozent, sagte der Fitnesstrainer. Besser wären zehn. Mein Wert sei aber „relativ normal“. Man könnte auch sagen: mittelmäßig. Fast alle meine Werte waren mittelmäßig. Sogar mein Muskelanteil sei „ziemlich durchschnittlich“, sagt der Fitnesstrainer. Dabei ist mir bisher überhaupt nie aufgefallen, dass ich so etwas habe.

„Fett ist nicht gleich Fett“, erklärte der Trainer später. Problematisch für Herz und Kreislauf sei insbesondere das „viscerale Fett an den Organen“, sagte er ernst. Mein Wert betrage da „sechs“. „Und?“, fragte ich besorgt. Werte bis neun seien akzeptabel, drei wäre gut. Wieder Mittelmaß.

„Jetzt könnten wir noch einen PWC-Test machen“, schlug der Trainer vor. Da werde gemessen, wie viel Watt Energie eine Person pro Kilogramm Körpergewicht produziere. Leider musste ich aber los. „Das Portugalspiel beginnt ja bald“, schob ich vor. Ich bin doch keine Glühbirne! Till Hein

Fitnesstests und mehr: TiB-Sportzentrum am Columbiadamm 111. Telefon 6110 1020. Internet: www.tib1848ev.de

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