Was machen wir heute? : Fische beobachten

Brigitte Grunert

Der Lachs hat einen so exzellenten Geruchssinn, dass er sogar den Fluss wiederkennt, in dem er als Larve geschlüpft ist. Sonnenbarsche balzen und laichen nur im Sonnenlicht, dann glänzt die blaugrüne Farbe des Männchens so verlockend. Die Seepferd-Weibchen müssen sehr emanzipiert sein, denn es sind die Männchen, die in ihrer Bauchtasche die Eier ausbrüten. Die Natur ist voller Wunder.

Stundenlang könnte die Rentnerin den Fischen zusehen, wie sie munter ihre Bahn ziehen, richtig entspannend wirkt das. Doch warum steht ein Berliner Baddybär im Haifischbecken? Nun ja, Humor soll sein, die Platt- und Katzenhaie stört er nicht, aber Kinder mögen ihn lustig finden. Das Domaquarée ist eben nicht das Aquarium im Zoo, hier darf man lachen und lärmen. Auch unsereiner wollte die Attraktion im Hotel Radisson, die schon seit 2003 zum Abtauchen einlädt, wenigstens einmal gesehen haben. In 35 Becken kann man 3000 Fische und anderes Meeresgetier beobachten. Auf unterhaltsame Art lernt man ganz nebenbei anhand der Leuchtschrift noch allerlei über die Geheimnisse der Flüsse und Meere.

Die Krönung ist natürlich am Ende der imposante Aquadom in der Hotelhalle. Es soll das größte Zylinderraquarium der Welt sein. Sachte schwebt man sieben Minuten lang im Fahrstuhl mitten durch die Aquariumssäule in 25 Meter Höhe, umgeben von Fischschwärmen und bizarren Riffen. Eine Million Liter Wasser, 33 Tonnen Salz, 26 Grad Wassertemperatur: 1500 exotische Fische haben ihr Auskommen. Mit etwas Glück entdeckt man auch den tiefblauen Rotzahndrücker mit den roten Zähnen, sehr apart. Schade, dass es dann ganz schnell abwärts geht. Die Reise durch die Unterwasserwelt ist kein billiges Vergnügen, aber wer sich nur den Aquadom von unten begucken will, darf sich kostenlos den Hals verrenken. Brigitte Grunert

Domaquarée, Hotel Radisson, Karl-Liebknecht-Straße 3, geöffnet täglich 10 bis 18 Uhr, Eintritt 15,50 Euro, Kinder 11,50 Euro.

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