Was machen wir heute? : Frauenfußball spielen

von

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat vergeblich dafür gekämpft, Frauen per Gesetz in Führungspositionen zu bringen. Gescheitert ist sie an einer Frau. Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte es mit den Männern noch einmal im Guten versuchen. Kann das funktionieren?

Beim Fußball – bekanntlich die ernsteste Sache der Welt – scheint die Zeit für die Frauen zu arbeiten. Früher standen die Jungs im Tor und die Mädchen dahinter. Das ist vorbei. Zum Glück. Neulich feierte Linda Geburtstag. „Ich lade alle Mädchen aus meiner Klasse ein und alle meine anderen Freundinnen, und dann spielen wir Fußball“, sagte sie. Ich schluckte. Düstere Visionen zogen vor meinem inneren Auge auf. Ich sah meine Tochter mutterseelenallein in der Fußballhalle. Ich sah meinen Gatten und mich, den großen Bruder und vielleicht noch die eine oder andere treue Freundin über den Indoor-Platz, den wir gemietet hatten, hetzen – zwei armselige Teams, die über den Platz huschen, ausgebrannt, freudlos und schon nach zehn Minuten mit hängender Zunge um eine Trinkpause winselnd. Doch Linda wischte meine Bedenken vom Tisch. „Die spielen alle gerne Fußball“, sagte sie.

Sie hatte recht. Tatsächlich kamen fast alle. Die Mädchen rannten, dribbelten, passten, tunnelten. Sie griffen an und klärten. Sie machten Tore und verhinderten Torchancen. 90 Minuten lang. Und hätten nicht die halbwüchsigen Jungs, die den Platz nach uns gemietet hatten, am Spielfeldrand auf ihren Einsatz gelauert, hätten die Spielerinnen sicher auch noch länger gekickt.

Vielleicht tröstet Sie das ein wenig, Frau von der Leyen! Manchmal ändern sich die Dinge von selbst. Schritt für Schritt. Im Sommer holen unsere Fußballfrauen den Weltmeisterinnen-Titel. Danach machen wir Frauen Karriere. Mit links oder rechts oder beidfüßig. Wäre doch gelacht. Heike Jahberg

Die Frauenfußball-WM findet vom 26. Juni bis zum 17. Juli in Deutschland statt. Fußball kann man auf jedem Bolzplatz spielen oder indoor bei TC Citysports am U-Bahnhof Konstanzer Straße (www.citysports.de)

0 Kommentare

Neuester Kommentar