Kultur : Was machen wir heute?: Für Silvester schonen

Daniel Haaksman

Heute und morgen ist wenig los in Berlin. Vielleicht, weil sich auch die Clubs für Silvester etwas schonen möchten. Wenn Sie heute trotzdem ausgehen wollen, gehen Sie in die Pfefferbank. Dort spielen Berliner DJ-Dinosaurier wie Tanith, Wolle XDP und EZH Technohouse Klassiker von 1989 - 1992. Hört sich zwar ein bisschen komisch an bei einer Musik, die jahrelang auf Zukunft programmiert war, aber auch Techno hat mittlerweile seine grauen Schläfen bekommen (und manche der DJs dazu). Und wie sich das für eine gute Oldie-Party gehört, dürfen Sie sich an diesem Abend bestimmt die eine oder andere Hymne wünschen. Die DJs werden nichts dagegen haben, wenn Sie nach "Pump Up The Jam" von Technotronic, "Anasthasia" von T99 oder "LFO" von LFO fragen.

Sagt Ihnen das nicht zu, bleiben Sie zu Hause. Silvester wird sowieso wieder die Hölle los sein. Obwohl sich leider keiner der Berliner Clubs etwas wirklich Außergewöhnliches ausgedacht hat: Im WMF, sind - sehr originell - alle der üblichen WMF-DJs zu hören, im Maria am Ostbahnhof gibt es - gähn - eine große Big Beat-Nacht, und auch alle anderen Clubs fahren ein nicht gerade üppiges Silvester-Programm.

Zum Glück gibt es ja noch das traditionelle Privat-Party-Hopping, mit dem man eine lange Silvesternacht auch ganz gut durchfeiern kann. In der Gruppe kann das wegen der schwierigen Koordination unterschiedlicher Interessen zwar gelegentlich in Freizeitstress ausarten, aber wenn man dann nach der zweiten, dritten Party endlich gemeinsam ein Fest gefunden hat, wo gute Musik läuft und sich angenehme Leute aufhalten, macht das Feiern umso mehr Spaß.

Sollten alle Stricke reißen und Sie sind weder scharf auf Privat-Parties noch auf das übliche Club-Programm, dann gehen Sie zu DJ David Rodigan. Der legendäre Londoner Radio-DJ war im vergangenen Jahr zwar schon ziemlich häufig in der Stadt, aber er legt so wunderbar auf und moderiert seine Auftritte derart warmherzig, dass man davon eigentlich nie genug bekommen kann. Egal wo David Rodigan spielt, dabei kommt immer eine gute Party heraus. Für die Silvester-Nacht, bei der jeder auf der besten Party der Stadt sein möchte, also ein ideale Voraussetzung. Seien Sie nur vorgewarnt: Wie immer an Silvester, dürfte es schwer sein, ein Taxi zu bekommen. Vor allem in Treptow. Wenn Sie also nach David Rodigan noch woanders hinmöchten, überlegen Sie sich vorher gut, wie Sie das anstellen wollen. Das sage ich Ihnen nur, weil ich vor Jahren mal an Silvester in Treptow eineinhalb unvergessene Stunden warten musste - bei minus 15 Grad.

Das wird mir dieses Jahr sicher nicht passieren - ich feiere im Warmen, genauer gesagt, in Bangkok. Das Nachtleben dort soll ja recht spannend sein. Ob das stimmt, erzähle ich Ihnen in ein paar Wochen. Bis dann!

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