Was machen wir heute? : Helfen lassen

Anselm Neft

Alle paar Monate ziehe ich um. Diesen schönen Satz schreibe ich in meiner vierten Wohnung in Berlin. Der Schreibtisch kommt vom Sperrmüll. Der Stuhl gehört meinem Vermieter. Das Pappbett und die Pappschubfächer gehören meinem Vermieter. Die Bretter für die Bücherregale gehören hingegen der Vermieterin meiner vorletzten Wohnung. Ich durfte sie (die Bretter) mitnehmen und habe mir unter Zuhilfenahme von 32 Dosen „Weiße Bohnen mit Suppengrün“ ein Buchtragemöbel gebaut.

Es ist nicht so, dass ich ein Zwischenmieterdasein in Fremdmobiliar für großartig halte, zu einem regulären Mietsverhältnis habe ich es bislang aber nicht geschafft. Auch bin ich ganz froh, wenn ich mir keine eigenen Möbel, Lampen, Töpfe, Teller, Wandergitarren oder CDs kaufen muss. Manchmal, meistens wenn meine Freundin zu Besuch ist, beschleicht mich das Gefühl, dass ich irgendetwas anders, ja vielleicht besser machen könnte. Einen Schreibtisch besorgen, der nicht schaukelt (ich meine nicht „wackeln“ oder „kippeln“). Mit indirektem Licht die russische Männerwohnheimatmosphäre aus der Küche vertreiben. Dem Spießer in mir Raum geben und ein Gewürzregal montieren. Auch könnte ich die Kisten mit Büchern und selbst produzierten aber nie verkauften Literaturmagazinen auspacken oder wegwerfen oder wenigstens in den Keller bringen. Auch sollte der vom Sperrmüll geholte, leider aber feuchte und von Ungeziefer bewohnte Bürostuhl, dessen Höhe sich nicht mehr einstellen lässt, entsorgt werden.

Bei Licht betrachtet, ist so viel zu tun, dass ich besser erst gar nicht damit anfange. Lieber lasse ich mir helfen. Etwa von Cozy. Cozy kocht, räumt, entrümpelt, repariert, organisiert, kauft ein.

Natürlich wollen die Geld. Ich könnte mir einen Gutschein schenken lassen, aber dann müsste ich mich aufraffen und jemanden darum bitten. Aber es gibt ja auch noch das Cozy-Gewinnspiel. Anselm Neft

Cozy kostet 25 Euro pro Stunde. Telefon: 0160/6413540. www.cozy-berlin.de

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