Was machen wir heute? : Klappern

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Dieser Text ist kein Plagiat, auch das Vorwort hier habe ich selbst formuliert. Ich gebe mein Ehrenwort, dass ich jede Zeile nach bestem Wissen und Gewissen eigenständig verfasst habe und dass diesem Tagestipp eigenes Erleben zugrunde liegt.

Es geht um die Eisbären. Ich habe mir vorgenommen herauszuarbeiten, wie sich Berlins Eishockey-Verein verändert hat, seit er durch die große Halle am Ostbahnhof gleitet und nicht mehr durch die kleine Wellblechbude an einer Straßenbahnhaltestelle in Hohenschönhausen.

In der Halle fällt das Klappern auf, das die Klatschpappen erzeugen. Und das grelle Licht. Blau und weiß wird das Eis angestrahlt, als die Helden einlaufen, sie kommen durch einen riesigen Eisbären, ein aufgeblasenes Tier mit Ein- und Ausfahrt. Wie Frischlinge schlittern sie durch den Mutterbauch. Die Zuschauer, es sind auch beim gefühlten 50. Saisonspiel nicht weniger als 14 000, klappern, und (Achtung, Quellenangabe) der Tagesspiegel beschreibt am nächsten Tag ein schwaches Spiel vor begeistertem Publikum, „das ein Klatschpappenkonzert nach dem nächsten zum Besten gab“.

Als genügend Tore gefallen sind, nach einer kurzen Schlägerei-Pause auf dem Eis und zwei Drängelei-Pausen an den Bierständen, muss die Entscheidung her: Penaltyschießen.

Das Duell Spieler gegen Torwart. Der Eisbären-Stürmer läuft auf das Tor zu, die Halle schreit. Der Torwart fällt, der Stürmer schießt. Toooor. Menschen entzünden Wunderkerzen, hängen sich an die Plastebanden und johlen und schwitzen und stinken. Hohenschönhausen feiert.

Der letzte Absatz ist ein Plagiat. Er ist einem Tagestipp des Autors aus dem Dezember 2002 entnommen. Am Ostbahnhof ist alles anders:

Das Duell Spieler gegen Torwart. Der Eisbären-Stürmer läuft auf das Tor zu, die Halle schreit. Der Torwart fällt, der Stürmer schießt. Tor. Menschen atmen durch, die Halle erstrahlt hell und bunt, es klappert. Hier schwitzt keiner mehr. Robert Ide

Die Eisbären spielen am Sonntag um 14.30 Uhr gegen Ingolstadt. Es ist das 48. Saisonspiel.

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