Kultur : Was machen wir heute?: Spaß finden

Daniel Haaksman

Na, wo haben Sie denn letztes Wochenende gesteckt? Ich habe Sie vermisst, im Magnet Club in der Greifswalder Straße bei DJ DSL. Okay, einige Leute haben mir schon gesagt, warum sie nicht gekommen sind - sie haben den Magnet Club mit der Magnet Bar in Mitte verwechselt. Ist ja auch etwas verwirrend, aber alle, die den Unterschied kennen und nicht da waren: Sie haben wirklich etwas versäumt.

Es passiert in letzter Zeit beim Ausgehen ja leider sehr selten, dass man auf einer Party oder in einem Club landet und sofort auf die Tanzfläche stürmen muss, weil die Musik so großartig ist, im Magnet Club letzten Samstag konnte man einfach gar nicht anders. Und das, obwohl der Club verhältnismäßig leer war. Aber DJ DSL scratchte Platte an Platte wie ein junger Gott und machte wieder einmal klar: HipHop ist und bleibt die beste Tanzmusik der Welt. Einige Freundinnen von mir haben noch Tage danach von diesem Abend geschwärmt: "Schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt", stand in einer SMS.

Kein Wunder, Spaß muss man im Moment beim Feiern in Mitte ja mit der Lupe suchen. Vor allem an Orten, die früher quasi auf Dauerspaß abonniert waren. Wie etwa das WMF. Der Club war lange mein Lieblingsschuppen, aber über seine Schließung letzte Woche Donnerstag habe ich keine Träne vergossen. Denn ich habe mich dort schon lange nicht mehr wirklich amüsiert. Das letzte Mal war letztes Jahr im Sommer, als die Escobar zu Gast war und man unter freien Himmel Dancehall hören konnte. Danach war ich noch ein paar Mal da, habe mich aber immer entsetzlich gelangweilt. Die Musik war wenig aufregend, und es schien, als wären die Gäste nur in den Club gekommen, um irgendwelche Geschäfte zu machen oder künftige Projekte zu besprechen. Der Club als Jobbörse für Mittes Medien und Kunstfreelancer. Nicht gerade toll.

Hoffen wir, dass es im neuen WMF weniger geschäftig zugeht, dafür musikalisch mehr auf Partyprogramm geachtet wird. Aber bis wir schauen können, ob das mit dem WMF wieder was wird, gibt es zum Glück noch einige Orte, wo man weiß, dass man sich wirklich amüsieren kann. In Mitte im Moment wie gesagt, eher nicht, aber in Friedrichshain.

Morgen Abend in der Panoramabar im Ostgut, werden Sie bestimmt eine Menge Spaß finden. Das Ostgut ist bekannt als einer der wenigen richtigen Berliner Feierläden, also Clubs, in denen man sich genüsslich zuballern und dann gepflegt Marathonraven kann, wissend, die Party hört auf alle Fälle erst am nächsten Nachmittag auf. Und das Publikum will wirklich nur feiern. Morgen spielt dort der DJ und Produzent Recloose aus Detroit, der soeben ein fantastisches Album produziert hat, das er vorstellen wird. Einen musikalischen Appetitmacher gibt es also schon mal, die gute Laune bekommt man in der Panoramabar bei all den euphorischen Tänzern automatisch, also worauf noch warten: Wenn Sie an diesem Wochenende Spaß wollen, ab in die Panoramabar.

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