Was machen wir heute? : Tränen vergießen

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Abschiede brauchen Rituale. Besonders wenn es um das Ende einer kleinen Ära geht. Charlotte hat gerade einen bedeutenden Abschnitt in ihrem Leben beendet. Beenden müssen. Neun Jahre lang tanzte sie im Kinder- und Jugendensemble des Friedrichstadtpalastes, stand in acht Produktionen auf der Bühne von Europas größtem Revuetheater. Seit ihrem ersten Schuljahr gehörten Training, Proben und Aufführungen zum Alltag, waren Teil des Lebens.

Manchmal war es stressig, das vom Friedrichstadtpalast verlangte Pensum neben den länger werdenden Schultagen zu bewältigen. Aber immer war es schön. Charlotte machte viele Erfahrungen in dieser besonderen Welt des Theaters, genoss den Applaus des stets enthusiastischen, jungen Publikums, schloss wichtige Freundschaften. Jetzt müssen sie und die anderen Mädchen ihrer Gruppe die Bühne räumen für die nachfolgenden Jahrgänge. The show must go on.

Zu den Abschiedsritualen des jungen Ensembles im Friedrichstadtpalast gehört ein großes Fest mit Reden, einem bunten Programm, lauter Musik und Tanz. Und Tränen! Die dortigen Pädagoginnen nennen das Fest auch Heulparty. Denn die Tränen fließen. Reichlich. Bei den Großen, die gehen, bei den Jüngeren aus Solidarität, bei den Pädagoginnen und Betreuerinnen, denen die Mädchen ebenfalls ans Herz gewachsen sind.

Bei uns Müttern gibt’s zumindest feuchte Augen, die eine oder andere Träne rollt. Wir haben ebenfalls einiges miteinander erlebt. Haben unsere Kinder, als sie klein waren, zum Training begleitet, haben lange Stunden während der Aufführungen im Café gesessen und lernten uns so kennen. Vereinzelt ließ sich mal ein Vater blicken. Wir sahen, wie sich die Töchter von kleinen Mädchen zu selbstbewussten Teenies wandelten.

Aber einen Trost habe ich für meine Mitmütter: Ladies, ihr habt euch nicht so sehr verändert wie eure Kinder. In unserem Alter ist das doch was. Sigrid Kneist

Erinnerungen lassen sich in Fotobüchern festhalten, die Software gibt es etwa bei aldifotos, dm-digifoto oder pixum.

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