Was machen wir heute? : Uns durchs Leben schlagen

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Schade. Die großen Ferien sind schon fast vorbei. Wir haben es diesmal ruhig angehen lassen, ohne Plan und ohne Ziel. Erst war Leo zwei Wochen bei Omi und Opa in der Oberpfalz, anschließend ist er mit uns nach Österreich gefahren. Am Achensee sind wir gelandet, haben Karwendel und Rofan erkundet, oben auf einer Alm Butterbrote gegessen, in der Sauna geschwitzt und in der Hotelbar Maumau gespielt.

Natürlich gab es in diesen ruhigen Tagen auch ein paar umstrittene Regeln – Schmatz’ nicht so! Mach’ endlich den Gameboy aus! – und auch mal Zoff. Aber vor allem waren wir drei uns nah und hatten viel Zeit füreinander. Zu Hause in Berlin kommt das bei uns in der Familie viel zu selten vor, fast jeder Moment ist verplant und vertaktet. In gut einer Woche startet Leo in die dritte Klasse, dann geht es wieder los mit den großen Erwartungen und der Hektik.

Alle wollen ständig etwas von ihm, wir natürlich am meisten, aber von seiner Klassenlehrerin bis zum Judotrainer fordern sie ihn alle. Der nächste Test oder die nächste Prüfung sind nie weit entfernt, Durchhänger sind nicht vorgesehen. Es gibt keine Beliebigkeit mehr, die Eltern von heute üben ihre Rolle unerbittlich aus, übersehen nichts, sind ganz bei der Sache.

Nun ist nichts dagegen zu sagen, den Kindern möglichst früh alle Chancen zu eröffnen. Wer wollte sich diesem Ziel schon mutwillig entziehen? Aber deswegen sind Kindertage heute lang und manchmal mühsam. Dass Leo so fröhlich mitmacht, sich für alles begeistert, beruhigt mich.

Aber bevor der Alltag wieder startet, gehen wir auf jeden Fall ins Kino und schauen uns „Karate Kid“ an. Jaden Smith in einer chinesischen Schulklasse. Starke Kämpfe, ein Spaß, sonst nichts. Obwohl – wir könnten den Film ja auf Englisch schauen, um ein bisschen zu üben. Und ehrlich, Leo, es schadet nie, etwas über China zu lernen. Moritz Döbler

„Karate Kid“ in der Originalfassung um 16.50 Uhr im Cinestar im Sony Center am Potsdamer Platz (ab sechs Jahre)

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