Was machen wir heute? : Uns um die Menschheit sorgen

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Was passiert, wenn der mal einen schlechten Tag hat?“, sorgt sich Franca. Die Tochter meint Irans Machthaber Ahmadinedschad und dessen Wunsch nach der Bombe. „Das ist doch ein Irrer“, meint die 17-Jährige. „Oder wenn die in Pakistan durchdrehen – oder in Nordkorea?“, sagt ihre Schwester Lara. Die Kinder beschäftigt, dass am 6. August vor 65 Jahren die erste Atombombe Hiroshima zerstörte, zumal Lara an diesem Tag Geburtstag hat.

Franca hält die Bedrohung durch die Atombombe für die größte Bedrohung der Menschheit. „Das ist noch gefährlicher als der Klimawandel, weil der langsam geht, eine Atombombe aber alles in einer Sekunde zerstören kann.“ Deswegen findet sie es gut, dass Obama eine atomwaffenfreie Welt als Ziel verkündet hat. „Aber dazu müssen die USA selber abrüsten“, sagt sie. Schließlich könne man nicht von anderen verlangen, auf die Bombe zu verzichten, wenn man sie selber behalten will. Für die Schule liest sie gerade die „Physiker“ von Dürrenmatt und findet, die Forscher hätten verantwortungsvoller sein müssen, ihr Wissen nicht den Militärs ausliefern dürfen.

Wie es damals war, als die Atomkriegsgefahr das Leben der Menschen bestimmte, das können sich beide nicht vorstellen. Der Vater auch nicht. 21 öffentliche Atombunker gibt es noch in Berlin, sieben davon im Ostteil der Stadt, sie liegen unterhalb von U-Bahnhöfen oder Behörden. Franca hat den Atombunker unter dem Kurfürstendamm besucht, der noch voll funktionsfähig ist und 3592 Menschen Schutz bieten sollte. 30 Tage sollten die Insassen darin überleben können, bis die radioaktive Wolke sich verzogen hätte – aber Platz war in Berlins Bunkern nur für ein Prozent der Bevölkerung. „Gruselig, der Gedanke, dann draußen bleiben zu müssen.“ Franca schüttelt sich. „Aber der Bunker ist auch gruselig, die engen Räume, die vier Etagenbetten übereinander, und das Gefühl, dass draußen alle anderen Menschen tot sind.“ Gerd Nowakowski

Atombunker ansehen bei der Story of Berlin. Kurfürstendamm 207, tägl. 10 bis 20 Uhr. Familienkarte (2 Erwachsene und 3 Kinder): 23 Euro. http://www.story-of-berlin.de

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