Was machen wir heute? : Wüstenfüchse füttern

Heike Jahberg

Zu den beliebtesten Orten, Kindergeburtstage zu feiern, gehört der Zoo. Das liegt daran, dass die meisten Kinder ohnehin gern in den Zoo gehen. Außerdem hoffen sie, dass sie als Geburtstagskinder Privilegien haben. „Ich will den Roten Panda füttern“, sagte Linda, als sie sich entschloss, ihren achten Geburtstag im Zoo zu feiern. Den „Roten Panda“ gibt es aber nur im Tierpark, damit hatte sich diese Idee schnell erledigt.

Linda schwenkte um und entschied sich für die Pinguintour. Auch hier kann man die Tiere am Ende füttern. Aber auch das ging nicht, weil die Tour bereits an eine andere Partygesellschaft vergeben war. Und wahrscheinlich können die Pinguine nicht den ganzen Tag lang Fisch fressen.

Was dann? Affen? „Mag ich nicht“, sagte Linda. Schweine? „Machst du Witze?“, fragte sie. Pekaris, Pudus? Keine Chance: „Was ist denn das?“ Vögel wollte sie nicht, Elefanten nicht und auch keine Artenschutzführung. Schließlich buchten wir als letzten Ausweg die Überraschungstour.

Die begann vor dem Raubtierhaus. Wir lernten, Jaguare und Leoparden zu unterscheiden. Dann gingen wir durch den Hintereingang ins Haus. Mich beschlich eine bange Unruhe: Wo würde diese Exkursion enden? Im Löwengehege, bei den Tigern? Würde der achte Geburtstag der letzte sein?

So eine Überraschungstour erfordert schon starke Nerven. Wir durchquerten die Futterküche des Nachttierhauses, vorbei an Katzenfutter, lebendigen Mäusen, Küken und Larven. Während wir Geburtstagsgäste dann aber wie alle normalen Besucher vor der Scheibe stehen bleiben mussten, gingen Linda und ihre Führerin weiter ins Gehege der Wüstenfüchse, der Fenneks. Dort durfte dann auch Linda endlich Tiere füttern – allerdings mit gemischten Gefühlen. Denn wissen Sie, was Wüstenfüchse gerne essen? Lebendige Heuschrecken. Heike Jahberg

Die Geburtstagstour kostet 60 Euro, hinzu kommt der Eintritt für die Geburtstagsgäste, das Geburtstagskind muss nicht zahlen. Infos unter: 030/25401-400, www.zoo-berlin.de

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