Was machen wir heute? : Zonen erschließen

Ariane Bemmer

Ich wäre da genau der Typ für. Am 1. Januar mit etwas Restalkohol durch die müden Straßen von NeujahrsBerlin fahren und in eine Polizeikontrolle kommen. „Wo ham Se denn Ihre Plakette?“, würden die Beamten fragen.

– PLAKETTE?!, würde ich schreien und mit einem Schlag hellwach und nüchtern sein.

– Jenau.

– DIES UMWELTDING?!, mein Kopf würde außen rot anlaufen und drinnen würden die Schlagzeilen (Umweltplakette kommt! Behörden befürchten Chaos wegen Umweltplakette! Null Toleranz bei Umweltplakette!) violett blinken.

– Jenau.

– JETZT SCHON?!, würde ich noch rufen und wissen, dass es genau so ist.

– Jenau so isset.

Der Strafgebührenbescheid würde mir per Post zugehen. 40 Euro und ein Punkt in Flensburg. Und wahrscheinlich hätte auch niemand Mitleid. War ja lange genug bekannt.

Aber dieses Planende, Vorausschauende, das Leute haben, an deren Windschutzscheiben die Plaketten längst kleben, fehlt mir. Informationen, die mir lästig oder bürokratisch erscheinen, überfliege ich nur, missverstehe die Hälfte und ziehe falsche Konsequenzen. Das brachte mich einst fast um meine akademische Laufbahn. Da saß ich zwei Semester lang in Sprachkursen und freute mich über die viele studentische Freizeit, bis ich zufällig ein Gespräch über ein 1a-Seminar und den dringend zu erwerbenden Schein hörte. WIE?! WAS?!, rief ich dazwischen. SEMINAR?! WAS FÜR EIN SEMINAR?!?!

Versäumnisse, lernte ich da, lassen sich beheben, kosten aber Zeit oder Geld. Als ich neulich mal wieder über den Wert von Zeit oder Geld nachdachte, kam ich an einer Werkstatt vorbei. Ein Zeichen! Ich ging hinein und kaufte für fünf Euro eine Umweltplakette. War ganz einfach. Jetzt kann ich es kaum noch abwarten, dass 2008 anfängt und alle Doofen ohne Plakette angehalten werden. Ariane Bemmer

Die Umweltzone kommt wirklich! Sie betrifft Berlin im Gebiet des S-Bahn-Rings. Plaketten verkaufen z. B. Werkstätten, die auch Tüv-Prüfungen abnehmen.

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