Kultur : Weihnachten - Herausforderung Harmonie: "Ein gutes Polster"

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Der Tübinger Psychotherapeut und Buchautor Hans Jellouschek kann die Krisenerfahrungen, die viele seiner Kollegen vor, während und nach der Weihnachtszeit bei ihren Klienten machen, nicht unbedingt teilen. "Ich stelle eher fest, dass die Leute die freie Zeit genießen und sich Konflikte gerade in dieser Zeit entspannen." Paare, die vor Weihnachten ernsthafte Schwierigkeiten hätten, kämen nach den freien Tagen sehr oft gestärkt in den Alltag zurück, "mit einem guten Polsster an gegenseitiger Nähe und Wärme".

Jellouschek weiß, dass Druck und Gereiztheit durch übertriebene Ansprüche an Weihnachten entstehen. Besonders dann, wenn das Familienfest erst kurzfristig geplant werde und sich die Familienmitglieder nicht über ihre unterschiedlichen Vorstellungen austauschten. Er rät Paaren und Familien, nicht so viel Zeit auf eine perfekte Gestaltung der Tage zu verwenden, sondern sich möglichst viel freie Zeit zu schaffen, um wieder miteinander in Kontakt zu kommen.

Er hat auch mit vielen Alleinstehenden zu tun, die es genießen, über die freie Zeit mit sich alleine zu sein. Andere, die das Alleinsein noch nicht eingeübt hätten, könnten einen Schub an Selbstbewusstsein und Stolz erleben, wenn sie die Weihnachtstage gemeistert hätten. Wer das Risiko nicht eingehen will, dem rät er, die Tage längerfristig zu planen.

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