Kultur : Weihnachtskonzert im Konzerthaus: Gemixte Jubelklänge

Eckart Schwinger

Ein Weihnachtskonzert ohne das Weihnachtsoratorium von Bach? Peter Schwarz und seine Berliner Cappella riskierten es im Konzerthaus erfolgreich. Der unternehmungsfreudige Dirigent überraschte mit einer ausgesprochen reizvollen Weihnachtskantate von Arthur Honegger von 1953. Sie ist in der schillernden französischen Farbigkeit, der Heiterkeit, dem Hintersinn eine ganz typische Komposition des Schweizers. Schwarz brachte die fast szenischen Kontraste, die Klangschauer und pikant gemixten Jubelklänge mit kraftvoll strömender Musizierintensität herüber, die Berliner Cappella und ihr Jugendchor sangen mit beherzter Bravour singende, das Berliner Sinfonie-Orchester zeigte musikantischen Schneid. Da wurde man unmittelbar einbezogen in das pulsierende musikalische Geschehen - vom mystisch dunklen Beginn mit dem "qualvollen Ruf der Menschheit nach dem Retter" (Honegger) bis zur anrührenden Antwort der "Engelskinder" mit dem lockeren Weihnachtsliederreigen.

Nicht gerade populärer Bach erklang im ersten Teil des Konzertes: der Kantatentorso "Nun ist das Heil und die Kraft" und das "Magnificat". Geradezu ansteckend wirkte auch hier das dynamisch frische Singen und Spielen des Chores, des BSO sowie der Solisten Ines Villanueva, Almut Krumbach, Bettina Spreitz-Rundfeldt, Christian Mücke, Gotthod Schwarz und Armin Thalheim (Orgel). So konturenscharf wird Bachs Musik nicht oft serviert.

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