Kultur : Welt-Klimagipfel: Eine Frage der Werte

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Senken: An diesem Thema ist die Klimakonferenz in Den Haag gescheitert. Als Senke gelten vor allem Pflanzen, weil sie Kohlendioxid (CO2 ), das wichtigste Treibhausgas, binden können. Umstritten ist der "Wert" von "vom Menschen verursachten Senken". Um ihre Reduktionsverpflichtungen einhalten zu können, wollten sich die USA zum Beispiel ihre bewirtschafteten Wälder anrechnen lassen. Jan Pronk, Präsident der Klimakonferenz, hatte vorgeschlagen, diese zu drei Prozent anzurechnen, was faktisch eine pauschale Verringerung des in Kyoto zugesagten Reduktionsziels bedeutet hätte. Darauf wollte sich die Europäische Union nicht einlassen.

Emissionshandel: Ebenfalls bis zum Schluss umkämpft war die Frage, wie viel ihrer Reduktionsverpflichtung die Industriestaaten zu Hause oder beispielsweise über den Emissionshandel im Ausland erbringen dürfen. Die EU verlangte, mindestens 50 Prozent der Zusage zu Hause einzulösen. Die USA wollen keine Obergrenze für den Emissionshandel.

Erfüllungskontrolle: Wer sein zugesagtes Reduktionsziel nicht einhält, soll dafür bestraft werden. Jan Pronk schlug in Den Haag vor, dass die betreffenden Staaten einen Aktionsplan vorlegen müssen, wie sie ihr Ziel in der folgenden Verpflichtungsperiode erfüllen wollen. Für jede nicht eingesparte Tonne CO2

müssen zusätzlich weitere 1,5 Tonnen vermindert werden. Hier zeichnete sich eine Einigung ab.

Finanzierung: Die Entwicklungsländer monieren, dass sie unter den Folgen eines Klimawandels leiden, den sie nicht verursacht haben. Dafür wollen sie Kompensation. Tagelang wurde über die Höhe dieser Mittel gestritten. Eine Einigung schien möglich.

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