Kultur : Weltliteratur in fremder Zunge: die „Transnationale“

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Sie sind Vertriebene, Flüchtige oder einfach nur neugierige Nomaden. Die Zahl der Schriftsteller, die ihre Heimat verlassen und in einem anderen Land und womöglich einer anderen Sprache weiterschreiben, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Eine Veranstaltungsreihe in den Literaturhäusern von Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Salzburg und Stuttgart versucht, diesem Phänomen nun gerecht zu werden und die Umrisse dieser neuen Art von Weltliteratur nachzuzeichnen. Unter dem Titel „Transnationale“ bietet sie vom 20. November bis zum 16. Dezember Lesungen und Diskussionen mit 22 international renommierten Autoren. Unter ihnen befinden sich der in Holland lebende Iraner Kader Abdolah, die in New York auf Französisch schreibende Algerierin Assia Djebar, der in Paris lebende Tunesier Abdelwahab Meddeb, der in Frankreich als kanadischer Staatsbürger lebende gebürtige Argentinier Alberto Manguel und die in Amsterdam lebende Kroatin Dubravka Ugrešic´.

Im Berliner Literaturhaus beginnt die Reihe am kommenden Samstag, den 22. November, mit einer Veranstaltung zu den europäischen Bilderwelten des Argentiniers Ricardo Piglia. Sandra Cisneros, die in Chicago Creative Writing unterrichtet, stellt ihr Leben zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten vor (24.11.). Der 1946 als Jude in Beirut geborene Erzähler Sélim Nassib, der nicht zuletzt mit seinem Roman über die ägyptische Sängerin Umm Kalsum in die arabische Welt übergewechselt ist und seit langem in Paris lebt, liest am 26.11. Und am 28.11. präsentiert Gary Shteyngart, ein aus Leningrad stammender russischer Jude, seinen hochkomischen Roman über die Schwierigkeiten, sich der amerikanischen Kultur anzuverwandeln. Sein „Handbuch für den russischen Debütanten“ ist im Berlin Verlag erschienen. Weitere Informationen unter www.literaturhaeuser.net . Tsp

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