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Weltuntergang : Alles hat ein Ende

Die "Preppers" sind fest davon überzeugt, dass die Maya Recht behalten werden. Die waren der Meinung, dass am 21. 12. 2012 die Welt, so wie wir sie kennen, unvermeidlich untergehen müsse. Bis zu drei Millionen "Preppers" soll es geben, vor allem in den USA. Einer ihrer Vordenker, der ehemalige Geheimdienstoffizier James Wesley Rawles, rät aber auch den Europäern dringlich, die nötigen Vorkehrungen zu treffen

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Die letzten Stunden vor dem Aufprall. Szene aus Lars von Triers Untergangsfilm „Melancholia“.
Die letzten Stunden vor dem Aufprall. Szene aus Lars von Triers Untergangsfilm „Melancholia“.Foto: picture alliance / dpa

Es ist so weit. Der Zyklus des Maya-Kalenders neigt sich dem Ende zu. Vertraut man den Mystikern von Palenque und El Mirador, soll am 21. Dezember eine neue Ära beginnen und die Welt, wie wir sie kennen, unvermeidlich untergehen.

„The end of the world as we know it“, wie die amerikanische Rockband REM im Jahr 1987 sang. Abgekürzt: TEOTWAWKI. Gibt man dieses Kürzel bei Google ein, wird der Bildschirm von hunderttausend Untergangsszenarien überflutet. Jede Website vertritt eine eigene Theorie. Für die einen soll eine Verschiebung der Pole eine Reihe von Naturkatastrophen auslösen. Für die anderen wird die Erde mit einem unbekannten Planeten zusammenstoßen. wie es Lars von Trier in seinem Film „Melancholia“ erschütternd schön imaginiert.

Ohnehin gibt es reichlich Szenarien, die einem den Schlaf rauben können, vom Klimawandel über Bioterrorismus zur finalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Den Weltuntergangstheoretikern geht der Stoff für neue düstere Weissagungen nie aus. Unabhängig aber von der Art der Katastrophe beschäftigen sich alle TEOTWAWKI-Websites vor allem mit einer Frage: Wie bereitet man sich auf das Ende der Zivilisation vor? Daher nennen sich die Mitglieder dieser wachsenden Blog- Gemeinschaft „Preppers“, also „Vorbereiter“. Sie horten Konserven, bauen unterirdische Bunker, gehen jagen, trainieren auf dem Schießplatz – und reden und bloggen über ihr Lieblingsthema. In den Blogs und Foren dieser vornehmlich US-amerikanischen Bewegung findet man zahlreiche Tipps für ein gemütliches Überleben: von den sichersten Zufluchtsorten bis hin zu den leckersten Rezepten für das Eichhörnchenbraten.

Eine der bekanntesten Adressen der apokalyptischen Szene ist survivalblog. com. Der Blog wurde vor sieben Jahren von dem Schriftsteller James Wesley, Rawles (das Komma soll eine Demarkationslinie zwischen dem namentlichen Individualbesitz und dem Gemeingut ziehen) ins Leben gerufen.

Der 52-jährige Wesley, Rawles hat sich schon vor einigen Jahren mit seiner Familie an einen geheimen Ort westlich der Rocky Mountains zurückgezogen. Umgeben von Wäldern und Seen bauen die Rawles’ Gemüse an, jagen und züchten Tiere. Die Kinder werden zu Hause geschult, „fern von Kriminellen und potentiellen Entführern“, sagt der Schriftsteller im Telefoninterview.

Als Bill Clinton Präsident wurde, kündigte der christlich-konservative Rawles aus Protest seine Stelle als Offizier des militärischen Geheimdienstes und begann, Romane und Essays über das bevorstehende Ende der Zivilisation zu schreiben. Inzwischen ist er zu einer Art Guru der Preppers-Bewegung aufgestiegen. Sein Blog wurde bereits von etwa 50 Millionen Usern weltweit besucht.

In den letzten Monaten, sagt der äußerst gesprächige Rawles, sei die Besucherzahl rasant gestiegen. Einige Preppers glauben, dass es inzwischen allein in den USA drei Millionen von ihrer Spezies gebe. Für Rawles ist der Grund dafür eindeutig: Der unausweichliche Kollaps der Europäischen Union werde eine globale Wirtschaftskrise auslösen, die wiederum zum Erliegen der Strom- und Versorgungsnetzwerke in den Städten führen werde. Auf beiden Seiten des Atlantiks würden wütende Mobs auf die Straßen gehen. „Die Gesellschaft wird dann sehr schnell ins Chaos und in die Barberei stürzen“, erklärt das Orakel in den Bergen.

Doch die Eurokrise ist nicht der einzige Grund für die steigende Popularität der Bewegung. Seit Anfang des Jahres laufen im US-Fernsehen zwei Serien, die den TEOTWAWKI-Effekt nutzen. In einer der beiden, dem dokumentarischen „Doomsday Preppers“, erklärt ein Protagonist, warum er sich einen 450 000 Dollar teuren Schutzraum bauen ließ. „Im Fall einer Katastrophe werden alle Menschen, die nicht die passenden Vorbereitungen getroffen haben, zu einer wilden Horde, zu Zombies“, sagt der Mann aus Florida. Wie man sich in einem solchen Fall schützen kann, erklärt am besten sein zehnjähriger Sohn, der auf dem Schießstand mit einer automatischen Pistole auf Schablonen mit Zombie-Bildern schießt.

Das Preppers-Bild, das von solchen Sendungen präsentiert wird, ist allerdings irreführend, warnt der Soziologe Richard Mitchell. Siebzehn Jahre lang war er in der Welt der Überlebensfanatiker unterwegs, um Material für sein Buch „Dancing at Armageddon“ zu sammeln. Die Preppers, erklärt Mitchell, seien die letzte Erscheinungsform einer Glaubensgemeinschaft mit einer langen Tradition. Schon die Puritaner, die im 17. Jahrhundert aus England nach Amerika auswanderten, waren auf der Suche nach einem Zufluchtsort vor einer bevorstehenden Katastrophe. Diese Tendenz zeigt sich in der amerikanischen Geschichte immer wieder. So ließen viele Amerikaner während des Kalten Krieges Atombunker in ihre Hinterhöfe bauen. Als die Gefahr eines Atomkriegs abgewandt schien, konzentrierten sie sich auf neue Bedrohungen: den Millennium-Bug oder den globalen Terrorismus.

„Was die Preppers machen“, erklärt Mitchell, „ist im Grunde nur eins: Sie erzählen Geschichten. Je nachdem, welches Szenario sie für wahrscheinlich halten, arbeiten sie sich an unterschiedlichen Sicherheitsmaßnahmen ab. Die Gefahren, von denen sie reden, sind zwar nicht nachweisbar, aber wahrscheinlich genug, um glaubwürdig zu sein.“

So werden die Vorbereitungen für das Ende der Welt zu einem kreativen, jedoch kostspieligen Hobby. „Die Preppers versuchen durch ihre Erzählungen, die eigene Individualität zu stärken“, sagt Mitchell. „Ihre Angst ist nicht, dass die Welt untergeht, sondern, dass sie als Individuen in einer allzu rationalen und homogenen Gesellschaft untergehen.“

Warum die Bewegung in Amerika stärker als in Europa vertreten ist, kann der Soziologe nicht genau analysieren. Der Preppers-Guru Rawles findet, dass angesichts der heutigen Krise gerade die Europäer mehr Zeit und Energie in die nötigen Vorbereitungen investieren sollten. „Denen fehlt wahrscheinlich ein wenig vom Pioniergeist, der die amerikanische Gesellschaft prägt“.

Noch vor einiger Zeit gab es auch in Deutschland eine Firma, die Bunker „für den Fall der Fälle“ baute. Nach wenigen Jahren zog sie sich allerdings vom Markt zurück. Der Gründer ist heutzutage Geschäftsführer bei einem Unternehmen, das Sex-Spielzeug verkauft. Auf das Ende der Welt bereitet sich eben jeder auf seine Weise vor.

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