Kultur : Weltwanderer

Niederländischer Künstler Jeroen de Rijke gestorben

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Die nächste Station wäre Berlin gewesen: Das Künstlerduo Jeroen de Rijke und Willem de Rooij sollte Anfang April hier sein daad-Stipendium antreten. Sie wären zu einem Arbeitsaufenthalt in die Stadt gekommen, in der bereits seit knapp einem halben Jahr eine Videoarbeit von ihnen im Hamburger Bahnhof zu sehen ist. Das Kommen der beiden Niederländer war schon hoch erwartet, zumal nach ihrem großen Erfolg 2005 auf der Biennale di Venezia, wo das Duo den niederländischen Pavillon mit einer eindringlichen Filmarbeit bespielt hatte.

Der überraschende Tod des 35-jährigen Jeroen de Rijke macht nun alle Pläne zunichte. Der junge Holländer ist in Ghana an Herzversagen gestorben. De Rijke und sein Partner hatten sich in ihren Arbeiten insbesondere dem Thema Migration gewidmet. Ihr 35-minütiger Film für Venedig setzte sich in hoch ästhetischen Bildern mit der Fremdenfeindlichkeit im eigenen Lande auseinander. Die sublime Übersetzung politischer Inhalte in bestechend schöne Bilder war das Metier des seit elf Jahren zusammenarbeitenden Duos. Immer wieder, zuletzt auf der großen Überblicksausstellung „Migration“ im Kölner Kunstverein, präsentierten sie üppige Blumenbouquets, verbunden mit farblichen Anspielungen etwa auf die bunten Kopftücher verfolgter Frauen. NK

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