Kultur : Weltwirtschaft: Global player

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Die Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organisation) wurde 1995 gegründet. Mit der WTO entstand erstmals eine Institution, die sich systematisch mit der Entwicklung und Umsetzung internationaler Handelsabkommen befasst. Zuvor gab es nur das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen; einen Vertrag - das Gatt (General Agreement on Tariffs and Trade) - der den Abbau von Industriezöllen und liberalere Regeln für Ex- und Importe vorsah. Ein Ziel, das in acht Verhandlungsrunden erreicht wurde.

Der WTO gehören mittlerweile 142 Staaten an. Auf der nächsten Konferenz der WTO im November sollen die Weichen für eine neue Liberalisierungsrunde gestellt werden. Die Industrienationen versprechen sich davon mehr Freiheiten für den weltweiten Handel mit Waren, Dienstleistungen und Kapital. Die Länder der Dritten Welt wollen hingegen Bilanz ziehen und ungerechte Regeln korrigieren. Wortführer aus der Dritten Welt wie Indien, Pakistan, Malaysia oder Brasilien lehnen eine neue Liberalisierungsrunde ab.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer fürchten, dass die Industriestaaten sie durch neue Auflagen beim Umwelt- und Verbraucherschutz oder andere Vorschriften in ihrer Konkurrenzfähigkeit einschränken wollen. Die Chancen stehen schlecht, dass im Kreis der WTO-Staaten eine neue Liberalisierungsrunde vereinbart wird. Denn in der WTO gilt das Prinzip "ein Land, eine Stimme".

Seit der letzten WTO-Ministerkonferenz im US-amerikanischen Seattle vor zwei Jahren geben die Gloablisierungsgegner keine Ruhe. Der Einfluss der Anti-Freihandels-Bewegung wächst. Ihre Kernthese: Handelsliberalisierung geht zu Lasten der Dritten Welt. Dabei wird übersehen, dass das WTO-Regelwerk tatsächlich die Macht der großen Staaten beschränkt. Die Führung der Welthandelsorganisation setzt derweil alles daran, ihre Mitglieder von der Notwendigkeit einer neuen Liberalisierungsrunde zu überzeugen.

Ihre Kernthese: Freihandel eröffnet der Dritten Welt mehr Chancen, am Wohlstand teilzunehmen und ist das wirksamste Mittel im Kampf gegen Armut. Ob es eine neue Liberalisierungsrunde geben wird, ist allerdings nicht nur eine Frage der offenen Märkte. Es geht auch um die Akzeptanz der Globalisierung.

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