Kultur : Wenn der Euro kommt: Abschied von Clara Schumann

Mit der Einführung des Euro müssen die Europäer nicht nur von ihren vertrauten Währungen Mark, Gulden, Schilling oder Franc Abschied nehmen. Auch die Gesichter berühmter Politiker und Künstler sowie die Erinnerung an nationale Baudenkmäler, die derzeit noch den landeseigenen Charakter der Scheine und Münzen unterstreichen, werden der Vergangenheit angehören. Die Gemeinschaftswährung gibt sich europäisch, nur im Kleinen - auf den Rückseiten der Münzen - bleibt Raum für nationale Reminiszenzen.

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Die Mark im Euro-Vergleich
Das Aussehen des künftigen Euro-Gelds wurde bereits Ende 1996 festgelegt. Bei der Auswahl der Motive wurde sorgfältig alles vermieden, was nationale Eifersüchteleien hätte hervorufen können. Die Geldscheine spiegeln ein Kulturerbe wider, auf das sich die Europäer allgemein berufen können: Fenster, Bögen und Brücken verschiedenster Architekturstile. Kombiniert ist die Vorderseite jeweils mit dem auch auf der Europaflagge zu findenden Sternenkreis und die Rückseite jedes Scheins mit einer stilisierten Europakarte.

Die Münzen sind nur auf den Vorderseiten europaweit einheitlich. Es gibt Münzen für ein und zwei Euro, jedoch keinen Fünfer. Als "Nachfolger" des Pfennigs kommen Münzen zu einem, zwei, fünf, zehn, 20 und 50 Euro Cent. Auf den beiden kleinsten Münzen ist nach Entwürfen des Belgiers Luc Luycx neben dem Betrag der Kontinent Europa auf einer Weltkugel zu sehen, auf allen anderen die von Sternen umstrahlten Umrisse Europas.

Die Rückseiten der Münzen, die nach wie vor in nationalen Prägeanstalten hergestellt werden, bleiben nationalen Symbolen vorbehalten. In Deutschland tragen die Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Münzen das Eichenlaub, eingerahmt vom europäischen Sternensymbol. Die Zehn-, Zwanzig- und Fünfzig-Cent-Stücke zeigen das Brandenburger Tor, die beiden Euro-Münzen den Bundesadler.

Trotz dieser nationalen Rückseiten sind die Euro-Münzen in allen an der Währungsunion beteiligten Ländern gültig. Folglich gelten in Deutschland auch die Euro-Münzen, deren Rückseite anstelle des deutschen Bundesadlers etwa die gekrönten Häupter Belgiens, der Niederlande und Spaniens sowie Wolfgang Amadeus Mozart (Österreich) oder das berühmte Menschen-Bildnis Leonardo da Vincis (Italien) zeigen.

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