Kultur : Wenn der Story die Komik fehlt, bleibt Schwachsinn eben Schwachsinn

Susanna Nieder

Ein Losertyp. Selbst beste Freunde hängen wortlos auf, wenn sie seine Stimme am Telefon hören. "Aber du glaubst an mich, nicht wahr, Fifi", sagt er zu seinem Hund. Woraufhin Fifi sich umdreht und davonschleicht.

Wieviel tausend Mal ist dieser müde alte Scherz schon über die Leinwand gezerrt worden? Diese Frage stellt man sich praktisch in jeder Szene von "Bowfinger". Der Film gehört zu dem Genre, das ausschließlich auf eine möglichst hohe Anzahl von Lachern abzielt. In "Bowfinger" beschleicht den unglücklichen Betrachter der Verdacht, das Buch basiere auf einen Querschnitt der beliebtesten Witze der Filmgeschichte, per Computer ermittelt und in Folge gebracht.

Bowfinger (Steve Martin) ist ein abgehalfteter Möchtegern-Filmproduzent. Er schart ein erfolgloses, aber hoffnungsvolles Trüppchen um sich, um ein seiner Ansicht nach grandioses Drehbuch über Aliens aus dem Weltall zu verfilmen. Die Hauptrolle spielt Kit Ramsey (Eddie Murphy), der größte Actionheld der Welt. Glaubt jedenfalls das Trüppchen. In Wirklichkeit lauert das Team ihm an allen möglichen Ecken auf, um eine Sequenz mit ihm in den Kasten zu bringen. Und da das nicht unbemerkt vonstatten geht und Kit Ramsey an Aliens glaubt, ist er bald ein nervöses Wrack.

Man kann auch aus schwachsinnigen Stories Filme machen, die zum Lachen sind. Wenn allerdings die Komik fehlt, bleibt der Schwachsinn eben Schwachsinn. An Eddie Murphy und Steve Martin liegt das nicht. Beide sind und bleiben geborene Komiker. Wer sich allerdings eine klapprige Rostlaube wie "Bowfinger" aussucht, bleibt zwangsläufig so lahm wie sein Vehikel.In 22 Berliner Kinos, OV im Cinemaxx Potsdamer Platz und in der Kurbel

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