Kultur : Wer zahlt was?

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Entschieden hat der Bundestag nur über die äußere Gestalt des Gebäudes auf dem Schlossplatz. Jetzt müssen die Fragen der Finanzierung, der Nutzung und des Zeitplans geklärt werden. Auf der Kabinettssitzung am Mittwoch wurde die Einsetzung einer aus Vertretern von Bund und Land Berlin bestehenden Arbeitsgruppe unter Federführung von Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin beschlossen, die bis Ende dieses Jahres die Vorgaben der „Kommission Historische Mitte Berlin“ prüfen und konkretisieren soll.

Bei der Nutzung bewerben sich derzeit die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren außereuropäischen Sammlungen, die Humboldt-Universität mit ihren wissenschaftlichen Sammlungen und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Alle drei Institutionen sollen möglichst schnell einen genauen Plan aufstellen, wie viele Quadratmeter der Hauptnutzfläche von 80 000 Quadratmetern sie für ihre Sammlungen benötigen und wie diese präsentiert werden sollen. Weitere Vorschläge wie den Umzug der Gemäldegalerie vom Kulturforum ins Schloss oder die Errichtung eines Preußenmuseums stehen im Raum und sind von der Kommission zu prüfen - ebenso wie die weitere Ausgestaltung des Gebäudes.

Die Finanzierung ist bislang ungeklärt. Rund 670 Millionen Euro werde ein Gebäude in der Kubatur des Schlosses kosten, hat die Experten-Kommission errechnet. Der Bund hat sich bislang lediglich bereit erklärt, das ihm gehörende Grundstück (Wert: 180 Millionen Euro) beizusteuern. Ansonsten wird auf die Bereitschaft von Investoren und Sponsoren gehofft. Für die Finanzierung der historischen Fassaden (80 Millionen Euro) hat Schloss-Unterstützer Wilhelm von Boddien ein Aktien-Modell für eine Bürgerbeteiligung entwickelt. Die übrigen 590 Millionen Euro soll von einer Aktiengesellschaft mit 360 Millionen Euro privater und 230 Millionen Euro öffentlicher Beteiligung übernommen werden. til

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