"Werkstattgespräche" in der Humboldt-Box : Mixteken in Mitte

Zu Besuch bei den "Werkstattgesprächen" in der Berliner Humboldt-Box.

Moritz Eckert

Der Rohbau für das neue alte Stadtschloss wird in Berlin-Mitte momentan lautstark aus dem Boden gestampft, das 1:100-Modell in der Humboldt-Box ist da schon ein gutes Stück weiter. Hier darf sogar schon eingerichtet werden. Passend zu den Themen der sogenannten „Werkstattgespräche“ in der Box werden die dort besprochenen Ausstellungsbereiche im Modell nach und nach mit kleinen Vitrinen ausgestattet.

Unterteilt sein wird die Ausstellung später in einzelne Module. In diesen Modulen soll kein Exponat länger als acht Jahre lang unverändert zu sehen sein – durch diese verhältnismäßig kurze Zeit will man verhindern, dass einzelne Gegenstände nie aus den Magazinen in die Vitrinen gelangen. Allgemein bleibt man zwar bei einer Aufteilung nach den Kontinenten, allerdings sind die einzelnen Bereiche noch einmal stärker an bestimmte Themen gebunden. So wird sich der Ausstellungsteil über Mittelamerika beispielsweise länderübergreifend mit Symbol- und Codierungssystemen beschäftigen. Völker wie die Maya, Azteken und Mixteken verfügten schon sehr früh über eine eigene Symbolik, die an zahlreichen Exponaten auch im neuen Museum zu sehen sein wird. Vasen sind verziert mit Informationen über ihre Besitzer, Aztekenkodizes enthalten Heiratsprognosen, und aufwendige Genealogien veranschaulichen die in der mixtekischen Kultur so wichtigen Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Herrscherclans.

Eine der Hauptherausforderungen sieht Viola König vom Ethnologischen Museum darin, dass die häufig schwer verständliche Bildersprache der mittelamerikanischen Völker für die Besucher veranschaulicht werden muss. Ein genaues Konzept dafür steht noch aus, aber die Ethnologin gibt sich gelassen: „Der technische Fortschritt findet so schnell statt. Bis zur Eröffnung 2019 haben wir wahrscheinlich Möglichkeiten, von denen wir jetzt noch nichts ahnen.“ Überhaupt steckt man noch sehr in den Anfängen der Planungsphase für das Humboldtforum. So ist auch noch nicht geklärt, ob es eine Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek geben wird, die Räume in unmittelbarer Nähe zur ethnologischen Abteilung übernehmen soll.

Das nächste Werkstattgespräch findet am 11. September ab 17. 30 Uhr statt.

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