Kultur : Wertpapiere

Ausblick auf die Frühjahrsauktion bei J. A. Stargardt in Berlin

Iring Fetscher

Am 18. und 19. März bringt J. A. Stargardt fast 1500 Autographen zur Versteigerung. Briefe, Manuskripte, Konvolute und Dokumente aus sieben Jahrhunderten werden Sammler und Liebhaber aus aller Welt ins Berliner Opernpalais locken. Das teuerste Stück mit einem Schätzpreis von 120 000 Euro ist ein Musikmanuskript von Franz Schubert, das der Komponist 1815 signierte.

Den Anfang der Auktionsreihe macht am kommenden Dienstag die Abteilung Literatur. Darunter fallen etwa die Liebesbriefe Guillaume Apollinaires (Taxe 1600 Euro) oder die Goethes an Frau von Stein (25 000 Euro). Aus dem Umkreis von Goethe gibt es auch Preiswerteres zu ersteigern: eine Quittung der Ilmenauer Bergwerke (Taxe 1600 Euro), Briefe von Goethes Schwiegertochter Ottilie (Taxen 120-1200 Euro) oder von Goethes Enkel Walther (Taxe 150 Euro). Kenner freuen sich auch an Gedichtmanuskripten von Platen (Taxe 2000 und 1200 Euro) oder Rilke (Taxen 3500 und 4000 Euro).

In der Abteilung Wissenschaft kommen jeweils fünf Schreiben von Albert Einstein und Sigmund Freud zum Aufruf. Ein bedeutendes Konvolut aus dem Nachlass Otto Hahns enthält sowohl wissenschaftliche Aufzeichnungen als auch Briefe aus dem Familienkreis (Taxe 16 000 Euro). Und in einem Handschreiben Nietzsches an Irene von Seydlitz findet der Leser die merkwürdige Sentenz: „Erste Bedingung des Weiblichen nach meiner facon lachen können, im Kopf lauter dummes Zeug“ (Taxe 8000 Euro). Sieben ungewöhnlich schön illustrierte Stammbücher meist aus dem 17. Jahrhundert vermitteln einen lebendigen Eindruck des geselligen Lebens an deutschen Universitäten (Taxen 1600 bis 2500 Euro).

In der Abteilung Musik verdient ein Handschreiben Carl Philipp Emmanuel Bachs an seinen Verleger ebenso Erwähnung (16 000 Euro) wie ein Brief aus der Hand Beethovens an von Dollinger (Taxe 25 000 Euro). Brahms ist mit sechs Briefen, Bruckner mit zwei Handschriften und einem Albumblatt vertreten. Ein winziges Blatt aus der Hand Chopins wird auf 5000 Euro geschätzt. Die letzte Abteilung subsumiert unter dem Titel „Geschichte“ Handschriftliches aus fast allen großen Königs- und Fürstenhäusern. Besonders umfangreich ist das Angebot aus Preußen mit 32 Losen, darunter ein Handschreiben von Friedrich dem Großen an seine Gemahlin (Taxe 6000 Euro).

J. A. Stargardt, Brentanostraße 52, Auktionen am 18. und 19. März im Opernpalais, Unter den Linden 5. Weitere Informationen im Internet unter www.stargardt.de

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