Wertvolle Büste : Berlin könnte Nofretete an Ägypten verlieren

Ägypten sieht neue Chancen sich die Büste der Nofretete zurückzuholen. Entdecker Ludwig Borchardt soll gegenüber den Behörden behauptet haben, die Büste sei aus Gips. Stimmt diese "Mogelei", will sich Ägypten das Stück zurückholen.

Nofretete
Bald nicht mehr in Berlin? Die Büste der Nofretete. -Foto: dpa

Kairo Der Streit zwischen Ägypten und Deutschland um die mehr als 3000 Jahre alte Büste der Nofretete geht weiter. Der Leiter der Antikenverwaltung in Kairo, Zahi Hawwas, sagte am Donnerstag dem ARD-Hörfunkstudio in Kairo, er werde die Büste der Nofretete zurückfordern, falls diese 1913 aus dem Land "gemogelt" worden sei.

Hintergrund der erneuten Debatte sind den Angaben zufolge Presseberichte, wonach Nofretete-Entdecker Ludwig Borchardt dem damaligen Antikeninspektor ein unvorteilhaftes Foto der Büste vorgelegt und behauptet haben soll, die Büste sei aus Gips. "Borchardt wollte die Büste für uns retten", soll ein Sekretär der Deutschen Orientgesellschaft (DOG) damals notiert haben.

Nofretete soll umziehen - aber innerhalb Berlins

Die ägyptische Antikenverwaltung hat nun die DOG um eine Stellungnahme zu den Presseberichten gebeten. "Wenn dieses Dokument echt ist, holen wir Nofretete heim", sagte Antikenchef Hawwas der ARD. "Und diesmal meine ich es sehr ernst." 2007 hatte es Streit um ein Ausleihen der Nofretete nach Ägypten gegeben. Ägypten wollte die Büste zur Eröffnung des neuen Ägyptischen Museums an den Pyramiden zeigen. Deutschland lehnte dies aus konservatorischen Gründen ab.

Die Büste der Nofretete wurde 1912 bei Ausgrabungen entdeckt und anschließend mit Genehmigung der ägyptischen Behörden nach Deutschland gebracht. Ägypten forderte die Büste bereits mehrfach zurück. Nofretete ist derzeit im Ägyptischen Museum auf der Museumsinsel in Berlin beheimatet, im Herbst 2009 soll sie ins Neue Museum umziehen. (jg/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben