Kultur : Wider die Unrichtigkeit

GEORG QUANDER

Am 18.Dezember hat Berlins Kulturstaatssekretär Lutz von Pufendorf in einem Tagesspiegel-Interview die Spielplanpolitik der Staatsoper Unter den Linden kritisiert.Von dem Haus mit der "zweithöchsten Subventionssumme in Deutschland" erwarte er, daß es sich "mehr und mit einem reichhaltigeren Spielplan" engagiere.Außerdem schloß von Pufendorf mit Blick auf den seit 1992 amtierenden Musikchef Daniel Barenboim die Staatsoper indirekt in den Kreis jener Institutionen ein, bei denen "nach zehn Jahren ein guter Zeitpunkt für einen künstlerischen Neubeginn" gekommen sei.In einem offenen Brief antwortet der Intendant der Staatsoper, Georg Quander jetzt dem Staatssekretär.Am 18.Dezember hat Berlins Kulturstaatssekretär Lutz von Pufendorf in einem Tagesspiegel-Interview die Spielplanpolitik der Staatsoper Unter den Linden kritisiert.Von dem Haus mit der "zweithöchsten Subventionssumme in Deutschland" erwarte er, daß es sich "mehr und mit einem reichhaltigeren Spielplan" engagiere.Außerdem schloß von Pufendorf mit Blick auf den seit 1992 amtierenden Musikchef Daniel Barenboim die Staatsoper indirekt in den Kreis jener Institutionen ein, bei denen "nach zehn Jahren ein guter Zeitpunkt für einen künstlerischen Neubeginn" gekommen sei.In einem offenen Brief antwortet der Intendant der Staatsoper, Georg Quander jetzt dem Staatssekretär.

Mit Verwunderung habe ich die unrichtigen Behauptungen des Staatssekretärs für Kultur, Lutz von Pufendorf, im Tagesspiegel-Interview unter der Überschrift "Wider die Armseligkeit" gelesen.Denn diese Äußerungen diskreditieren nicht nur die Arbeit der Staatsoper, sondern täuschen die Öffentlichkeit über die wahren Tatsachen.

So gibt die Staatsoper im Jahr 1998 194 Vorstellungen im Großen Haus und nicht, wie von Herrn von Pufendorf unterstellt, lediglich 118 Vorstellungen, von den 23 Abenden in anderen großen Berliner Häusern wie z.B.dem Konzerthaus oder Philharmonie ganz zu schweigen.Offensichtlich hat der Kulturstaatssekretär bei seiner Zählung nicht nur die Sinfoniekonzerte der Staatskapelle bewußt unter den Tisch fallen lassen, sondern auch die 71 Ballettvorstelungen, was ein bezeichnendes Licht auf sein Verständnis vom Stellenwert der Ballettkunst wirft.

Mit Interesse habe ich gelesen, daß Herr von Pufendorf feststellt, daß die Berliner Festwochen "überregional kaum noch wahrgenommen werden".Dies erklärt mir, warum die Festwochen in den vergangenen Jahren den Berliner Bühnen kein zusätzliches Publikum gebracht haben, sondern vielmehr durch die Fülle ihrer Veranstaltungen den stehenden Häusern eher Konkurrenz machen und einen beträchtlichen Teil ihres Publikums wegnehmen - ein Umstand, der auch von vielen meiner Kollegen bedauert wird und der in der Tat den Senat veranlassen sollte, über Sinn und Struktur der Festwochen nachzudenken.

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