Kultur : Wie in Thüringen die Bürger ihre Denkmäler retten

Jürgen Tietz

Die Denkmalpflege lebt seit jeher vom Engagement der Bürger. Je dünner Personaldecke und Finanzmittel in den Denkmalämtern werden, desto stärker ist private Initiative gefragt. In Thüringen stellte das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz nun Beispiele für solche Beteiligungen vor. Etwa in Zeigerheim: Getreu dem Motto „Unsere Kirche gehört nicht nur der Gemeinde, sondern dem ganzen Dorf“ wurden dort die Dachsanierung der Dorfkirche, ein mittelalterliches Kleinod mit spätgotischem Flügelaltar, durch einen Kredit vom Förderverein finanziert. Und auch die Restaurierung eines barocken Hofes in Röblitz bedeutete für dessen Eigentümer neben viel eigener Arbeit erhebliche Kosten. Aber welcher Privatmann kann Leistungen in Millionenhöhe decken? In Schloss Ettersburg bei Weimar sorgt deshalb ein Förderverein dafür, dass das baufällige Gemäuer etappenweise gesichert, vor allem aber regelmäßig durch Veranstaltungen bespielt wird, um nicht vergessen zu werden. Denkmalpflege ist schließlich Erinnerungsarbeit.

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