WIEDERAUFFÜHRUNG„Twenty to eight“ von Sasha Waltz : Küche der Leidenschaften

Sandra Luzina

Kurz vor Weihnachten macht Sasha Waltz ihren Tänzern und ihren Fans ein Geschenk: Zum 15-jährigen Jubiläum von Sasha Waltz & Guests kehrt „Twenty to eight“ auf die Bühne zurück. Erinnern wir uns: Als der erste Teil der „Travelogue“-Trilogie 1993 in Berlin herauskam, war das Sasha Waltz’ Durchbruch als Choreografin. Hier konnte man eine neue Ästhetik bestaunen: Die Fantasie von Sasha Waltz entzündete sich an Alltagsobjekten, ihr Tanz suchte Reibung und Widerstand.

Schauplatz von „Twenty to eight“ ist eine Küche: Es riecht nach frisch gebrühtem Kaffee, und der Zuschauer wird sofort hineingezogen in das turbulente WG-Leben. In der nächtlichen Küche finden einsame Rituale statt, hier kochen aber auch die Emotionen hoch und münden in rabiat-komischen Clinchs. Die Tänzer fallen mit der Tür ins Haus, rennen gegen die Wände, klettern auf den Kühlschrank, balancieren über Stühle oder laufen Slalom zwischen einer Batterie von Flaschen. In „Twenty to eight“ hat Sasha Waltz ihr unverwechselbares Bewegungsvokabular entfaltet – sie selbst wirbelte in rotem Kleid und mit Lulu-Pagenkopf über die Bühne. Unvergessen die Szene, wo sie sich auf dem Küchentisch ein erotisches Duell mit dem coolen Nasser Martin-Gousset liefert. Maria Marta Colusi aus dem Ensemble von Sasha Waltz wird nun die Rolle der verführerischen Küchenfee übernehmen. Ansonsten wird das Originalcast von 1993 die ersten beiden Vorstellungen tanzen. Am 21. und 22. wird das Stück dann von einer jüngeren Tänzergeneration interpretiert. „Twenty to eight“ lohnt auf alle Fälle ein Wiedersehen. Nicht verpassen! Sandra Luzina

Radialsystem, Mi 19.12. (Premiere), Do 20. bis

Sa 22.12., 20 Uhr, 16-34 €

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