Winteroper : Amüsieren wie die Venezianer

Die Potsdamer Winteroper zeigt Gioacchino Rossinis „La scala di seta“.

Antje Horn-Conrad

Die mageren Zeiten für Opernliebhaber in der Landeshauptstadt, die ja ohne eigenes Musiktheater auskommen muss, gehen dem Ende zu. Es wird Winter. Und wenn der November das Neue Palais im Park Sanssouci in Nebelschwaden hüllt, werden drinnen im Rokokotheater des Schlosses die Lichter angezündet. Zeit für die „Potsdamer Winteroper“, in deren dritten Saison das Hans Otto Theater und die Kammerakademie Potsdam Gioacchino Rossinis „La scala di seta“ aufführen.

Die Liebeskomödie, in der sich alles um eine heimliche Ehe dreht, steckt voller seltsamer Verwicklungen. Zwei Frauen und drei Männer sind an dem bizarren Verwirrspiel beteiligt. „Die seidene Leiter“, so der deutsche Titel dieser Farsa comica, wird darin zum wichtigsten Requisit. Mit ihr nämlich steigt der Ehemann heimlich ins Schlafgemach seiner Frau. Ein absurdes Theater mit pikanten Rendezvous, Versteckspielen und drolligen Missverständnissen nimmt seinen Lauf. Und je mehr die Handlung an Fahrt gewinnt, desto mehr treibt Rossini seine Musik voran.

Am Ende sind alle wahren Motive aufgedeckt, das verknotete Beziehungsgeflecht aufgedröselt und die handelnden Personen der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Venezianer haben sich bei der Uraufführung 1812 darüber köstlich amüsieren können. Den beiden Italienern Andrea Marcon und Felice Venanzoni, die Rossinis Oper mit der Kammerakademie und einem Sängerensemble einstudierten, obliegt es nun, den Premierenerfolg von einst in Potsdam zu wiederholen. Regie führt Caterina Panti Liberovici. Antje Horn-Conrad

Schlosstheater im Neuen Palais, Fr/Sa 9./10.11. und Fr/Sa 16./17.11., 19 Uhr, 9 bis 58 €

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