Kultur : „Wir sind die Beschenkten“

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Klaus Wowereit:

Heinz Berggruen hat Großes für Berlin geleistet. Sein Tod ist ein sehr schmerzlicher Verlust. Dank seiner großzügigen Stiftung wird er in der Stadt präsent bleiben. Berlin wird seinen Ehrenbürger stets in guter Erinnerung behalten.

– Klaus Wowereit ist Regierender Bürgermeister Berlins.

Peter-Klaus Schuster:

Berlin, die Staatlichen Museen zu Berlin und die Kunstfreunde weit über Berlin hinaus verdanken ihm Unendliches. Seit 1996, seit der Eröffnung des Museums Berggruen ging man "zu Berggruen". Weit über 1,5 Millionen Besucher haben seine dort unter dem Titel „Picasso und seine Zeit“ präsentierte Sammlung erlebt.

Die einzigartige Privatsammlung des einzigartigen Kunsthändlers mit über 160 Werken von Picasso, Klee, Matisse und Giacometti vereint all jene Künstler, die er persönlich gekannt, deren Werk er geliebt und mit denen er gehandelt hat. Das Geschenk eines Museums ist eine einzigartige Geste der Versöhnung von Heinz Berggruen mit seiner Vaterstadt.

Nicht genug damit, hat er uns auch das Geschenk seiner Person gemacht. Ständig in Berlin anwesend und in seinem Museum wirkend, hat er seine Sammlung beständig durch Neuerwerbungen erweitert, die nur ihm als souveränem Kenner des Kunstmarkts möglich waren. Er liebte sein florierendes Museum, er liebte seine Besucher und ihre Neugierde, und er liebte Berlin.

Mit seinem stets klugen Rat hat er sich weit über die Kunst hinaus zu einer moralischen Autorität entwickelt. Berggruen, in Paris und New York wie in Berlin zuhause, war als Weltbürger ein Geschenk für diese Stadt. Er lebte mit und für und durch die Kunst. Diese Ausnahmepersönlichkeit hat die Staatlichen Museen unendlich beschenkt – durch seine Werke, seine geistige Präsenz und die Anmut seiner Persönlichkeit. Das in die Obhut der Nationalgalerie gegebene Meisterwerk seiner Sammlung ist sein höchstes und uns verpflichtendes Vermächtnis.

– Peter-Klaus Schuster ist Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin.

Michael Naumann:

Meine Frau und ich haben ihn geliebt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie Berlin ohne Heinz Berggruen existiert. Trotzdem wird er immer in der Stadt bleiben, denn es gibt keine andere Kunstsammlung in der Welt, die auf so exquisite Weise den allerfeinsten Geschmack eines Individuums verkörpert wie die Sammlung Berggruen. Wer zwischen seinen Bildern spazierenging und das Glück hatte, Heinz Berggruen zu begegnen, konnte sehen, dass er – sich selbst in den Bildern spiegelnd – ein glücklicher Mensch war. Dass er zurückgekehrt ist nach Berlin, in die Stadt, in das Land, das ihn einst mit dem Tode bedroht und vertrieben hatte, gehört zu den Wundern, mit denen wir in Deutschland eigentlich nicht rechnen konnten. Wird Berlin ihn vermissen? Ganz gewiss. Wird es ihn jemals vergessen? Ganz gewiss nicht. Er wirkte so unsterblich.

- Michael Naumann, „Zeit“-Herausgeber, war Kulturstaatsminister, als der Bund für Berlin 2000 den größten Teil der Sammlung Berggruen erwarb.

André Schmitz:

Die Sammlung Berggruen ist ein fester Bestandteil der Berliner Museumslandschaft geworden und trägt zum internationalen Ansehen unserer Stadt bei. Neben dieser Leistung ist die menschliche Größe bewundernswert, mit der sich Heinz Berggruen mit seiner Heimatstadt wieder ausgesöhnt hat. Berggruen war ganz und gar hier wieder angekommen und verbrachte zum Schluss mehr Zeit in Berlin als in Paris, seinem anderen Wohnsitz. Dafür können wir ihm nur danken.

Wir sind die Beschenkten.

– André Schmitz ist Berlins Kulturstaatssekretär.

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