Kultur : Wohlproportionierte Muskeln

Top-Händler, Top-Werke: In Maastricht eröffnet die Tefaf

Eva Karcher

Ein Adressenvergleich zeigt: Nur ein einziger bedeutender amerikanischer Galerist hat der diesjährigen Tefaf Maastricht abgesagt: Otto Naumann aus New York, der 2002 das teuerste Gemälde der Messe, Rembrandts 1635 entstandene „Minerva in ihrem Studio“, für 40 Millionen Dollar anbot. Seine Lücke auszufüllen, wird den rund 200 Top-Händlern souverän gelingen, die sich bis zum 23. März erneut in Maastricht auf der weltweit prestigeträchtigsten Kunst- und Antiquitätenmesse treffen – allen wirtschaftlichen Klagegesängen zum Trotz.

Eines der prachtvollsten Highlights dieser an Ausnahmewerken reichen Schatzkammer kommt erneut aus New York. Am Stand von Salander-O’Reilly Galleries posiert Meeresgott Neptun auf einer Muschel, genauso ungestüm in seiner wohlproportionierten Muskelkraft, wie ihn sich der italienische Barockbildhauer Gianlorenzo Bernini 1653 vorstellte. Mit über zehn Millionen Dollar ist die Terrakotta-Skulptur angemessen bewertet. Doch solche Summen müssen nicht unbedingt investiert werden. Schon die raffinierte Flanier-Atmosphäre und ihr vielfältiges Spektrum, das Kunst der Antike und der Alten Kulturen ebenso einschließt wie Antiquitäten, illuminierte Manuskripte und Bücher, Juwelen und Kunst der Moderne bis hin zur Gegenwart, lohnen den Besuch (Bericht folgt).

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