WOHNZIMMER KONZERT : Ab ins Iglu: Heute spielen P:Lot – nur für uns

Ric Graf

Die Jungs von P:lot haben sich sofort verliebt, als sie ihr Iglu sahen. Thomas Herzig, ein Wiener Architekt, hat das „Wabensystem“ erfunden und die drei „Piloten“ wussten es sofort für sich zu nutzen: Sie touren damit immer wieder und spielen dort immer wieder kleine Gigs. 4, 5 Meter ist es hoch, 8 Meter breit. Es passen gerade mal ein paar dutzend Zuschauer hinein.

„Das Iglu ist unser persönliches Highlight.“, sagt Sänger Alexander Freund. „Wir hatten im Iglu die für mich schönsten Konzertmomente. Es hat eine ganz eigene Atmosphäre und unsere Auftritte sind dort einfach kommunikativer.“

Es gibt keine Bühne und somit auch keine Distanz zwischen dem Publikum und der Band. Intim ist es im Iglu. „Wir haben immer das Gefühl, dass wir mit unserem Proberaum auf Tour gehen.“

Heute Abend spielen die Kölner also unser drittes Wohnzimmerkonzert. Alexander verspricht: „Das Iglu-Konzert ist wie rustikales Essen. Überraschend einfach und überraschend lecker. Wir freuen uns in jedem Fall.“

Und P:lot überzeugten schon viele durch ihre Livequalitäten: Ob in der „Niels-Ruf-Show“ als Studioband oder 2004, als sie in der Dreierkombination das Bandprojekt starteten. Eines Abends spielten sie im Kölner Underground – im Publikum stand Wölli, der ehemalige Schlagzeuger der Toten Hosen und Labelchef von „Goldene Zeiten“. Er war so von Alex, Andreas und Ben begeistert, dass er ihnen sofort einen Vertrag auf den Tisch knallte.

Dann kam ihr erstes Album mit dem originellen Titel „Debut“, sie gingen auf Tour, hatten ein Video in Rotation bei MTV und wurden im Radio gespielt. Es lief gut. Dennoch entschieden sich die drei ein eigenes Label zu gründen – als Reaktion auf die strukturellen Veränderungen im Musikgeschäft: „Wir wollen unabhängiger sein. Und damit sind wir auch kreativer. Wir haben so zum Beispiel die Iglu-Idee entwickelt.“ Und sie haben eben auch eine neue Platte rausgebracht. Ihr zweites Album „Mein Name Ist“ erschien im August 2008.

P:lot machen soliden alternativen Rock – auf Deutsch. Ihre Songs kommen pompös daher, strotzen nur so vor Kraft. „Melancholisch und harmonisch“ – so beschreibt Alexander den eigenen Stil.

Angefangen hat der Sänger und Gitarrist mit Bassist Andreas bereits vor 10 Jahren. „Da wurde P:lot faktisch gegründet“, sagt er. Die ersten Jahre waren sie mehr eine Studioband, die sich ausprobierte.

Erst als vor vier Jahren Ben, der heutige Drummer, bei einer Aufnahmesession dazustieß, entwickelte sich das Projekt zu einer richtigen Band – eben zu P:lot .

In den nächsten Monaten steht einiges an: Im Moment bewerben sie ihr zweites Album und dann wird getourt. „Das Jahr hat einiges bei uns durcheinandergewirbelt - im Positiven. Es fühlt sich aber gut an“, sagt Alexander. Heute wirbeln sie aber erstmal für uns.Ric Graf

Der Auftritt von P:lot startet um 18.30 Uhr. Wir verlosen 20 mal 2 Freikarten. Schicken Sie uns einfach eine Mail bis 14.30 Uhr an: wohnzimmerkonzerte@tagesspiegel.de Wir benachrichtigen die Gewinner. Morgen Abend geht dann auch unsere Konzertreihe zu Ende: Im legendären Ex’n’Pop spielen Suboptimal und The Rain.

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