• "Wonder Boys": Die Freuden des späten Erfolgs - Regisseur Curtis Hanson über seine Romanverfilmung

Kultur : "Wonder Boys": Die Freuden des späten Erfolgs - Regisseur Curtis Hanson über seine Romanverfilmung

Geschichten über Versager erzählt das Ki

Geschichten über Versager erzählt das Kino oft. Was interessierte Sie an dem Stoff?

Der Roman handelt ja nicht nur von einem Schriftsteller, der in ein kreatives Loch fällt. Diese Geschichte ist allgemein gültig. Jeder, der einmal auf sein Leben und seine Zukunft blickt, kann sich nicht nur mit dem Helden, sondern auch mit etlichen der Nebenfiguren identifizieren. Sinnfragen sind nicht eine Frage des Alters.

Sehen Sie Ähnlichkeiten zwischen dem Ex-Wunderknaben Grady und sich selbst, dem Oscar-Gewinner?

Reichlich. Der entscheidende Unterschied jedoch liegt darin, dass unser Held recht früh sehr viel Erfolg hatte und diese Hypothek nicht bewältigen kann. Ich hatte Erfolg erst in einem gewissen Alter, das bewahrt einen vor solchen Höhenflügen.

Sie zeigen Michael Douglas so pummelig und unrasiert wie nie zuvor. Wie überredet man einen Star zu so viel Hässlichkeit?

Michael hat dieses wenig attraktive Aussehen akzeptiert, als persönliche Herausforderung. Es ist ja überhaupt faszinierend, dass er in ganz verschiedenen Genres sehr unterschiedliche Rollen spielt. Stars wiederholen sonst lieber nur das, womit sie berühmt wurden. In meinem Film sollte Michael wieder völlig neu erscheinen: verletzbar, menschlich und humorvoll. Vielen Zuschauer finden ihn so viel sympathischer als im Armani-Anzug.

Wie bei "L. A. Confidential" arbeiten Sie wieder mit Kameramann Dante Spinotti zusammen - doch die "WonderBoys" sehen völlig anders aus.

Der visuelle Stil sollte bewusst nicht sonderlich auffallen. Die Helden wissen nicht so genau, wohin sie in ihrem Leben gehen sollen. Also sollte auch die Kamera nicht mit ausgetüftelten Schwenks arbeiten. Überhaupt: Zugunsten der Figuren wollten wir Macher ganz im Hintergrund stehen.

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