Kultur : Wowereit attackiert Schindhelm

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Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat gestern bei einem Wahlkampfgespräch im Club des Axel-Springer-Hauses mit seinem Herausforderer Friedbert Pflüger den Generaldirektor der Opernstiftung, Michael Schindhelm, infrage gestellt. Wowereit sagte, es störe ihn, dass Schindhelm sein Amt unter bestimmten finanziellen Bedingungen angetreten habe und die Vorgaben nun für nicht umsetzbar halte. Nach der Wahl werde das Abgeordnetenhaus mit Schindhelm ernsthaft diskutieren: „Sind die Vorgaben falsch, oder ist er falsch?“

Schindhelm, der zuletzt mehrfach bekräftigt hatte, dass die Zuschusskürzungen für die drei Berliner Opernhäuser auf 99 Millionen Euro bis 2009 in der avisierten Zeit nicht durchsetzbar seien, sagte gegenüber dem Tagesspiegel: „Ich möchte gar nicht glauben müssen, dass er das gesagt hat.“ Von Wowereit habe er noch nie ein kritisches Wort zu seiner Arbeit gehört. Man stelle ihn, Schindhelm, als Person infrage, weil er das Opernstrukturkonzept infrage stelle. Er sei als Sanierer eines Hauses geholt worden, dessen Bauschäden zuvor nicht zur Gänze erfasst gewesen seien; die Schwierigkeiten hätten sich erst in seiner Anfangsphase als Generaldirektor gezeigt. Dass das Konzept nicht funktioniere, habe er bereits vor einem halben Jahr thematisiert. „Ich habe nie gesagt, ich brauche mehr Geld. Ich habe nur gesagt, das Konzept funktioniert so nicht.“ Er frage sich nun, ob es noch ein Interesse gebe an seinen Verbesserungsvorschlägen für das bestehende Konzept. „Bald nach der Wahl“ wolle er die Vorschläge unterbreiten und hoffe, dann „weitere Differenzen“ klären zu können.

Friedbert Pflüger äußerte sich bei dem Walkampfgespräch zurückhaltend. Während Wowereit betonte, Schindhelm müsse mit den Mitteln auskommen, sagte Pflüger: „Mit den Vorgaben vom Senat ist die Opernstiftung nicht zu halten.“ Tsp

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