Würzburg : Das "Africa Festival" feiert 20. Jubiläum

Aus einem kleinen Musikfest mit 600 Menschen ist ein riesiges Festival geworden: Neben 100.000 Besuchern nutzen auch Diplomaten das musikalische Zusammentreffen afrikanischer Kunst an den Mainwiesen.

Ralph Bauer[ddp]
Africa Festival
So bunt soll es wieder werden: Das Africa Festival im letzten Jahr. -Foto: dpa

WürzburgKartenanfragen für das Würzburger "Africa Festival" kommen aus der ganzen Welt: New York, Texas, Madagaskar, Finnland, Norwegen, Ost- und Mitteleuropa. Längst ist das in diesem Jahr zum 20. Mal stattfindende Festival international anerkannt und bezeichnet sich deshalb selbst als "größtes Festival für afrikanische Kultur und Musik in Europa". Angaben des Pressesprechers des veranstaltenden Vereins Afro Project, Christian Raith, zufolge kamen bisher insgesamt 1,4 Millionen Besucher auf das Gelände an den Mainwiesen. Auch in diesem Jahr werden in den vier Tagen von Donnerstag bis Sonntag wieder 100.000 Musikfans erwartet. Der Besucherrekord lag 2006 bei 120.000 Besuchern.

Seinen Anfang nahm die Veranstaltung 1988 in einem Würzburger Stadtteilzentrum vor 600 Zuhörern. Einer der beiden Gründer des Festivals, Stefan Oschmann, scheint der gewaltige Erfolg selbst etwas unheimlich zu sein: "Damit hat keiner rechnen können und das war auch nicht so geplant." Die Idee entstand jedenfalls, als er zusammen mit seinem Bekannten Ali Schneider in Amsterdam die Band "Africa Soli" aus Guinea in einem Club hörte.

Die beiden waren von der Musik so begeistert, dass sie die Band nach Würzburg einluden. Und da sich damals noch kein Konzertveranstalter um afrikanische Klänge kümmerte, organisierten die beiden das Ganze kurzerhand selbst, woraus später der Verein "Afro Project" entstand. Er stemmt bis heute - unterstützt durch Sponsoren - das Festival auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Gelände am Main. Dabei sind insgesamt über 600 Mitarbeiter im Einsatz.

Ein großes Fest für alle

Den Organisatoren liegt die Idee, auf den Reichtum der afrikanischen Kulturen aufmerksam zu machen, am Herzen. Das geschieht durch eine Mischung aus Musik, einen Basar mit über 70 Ständen, Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Filmen und ein Kinderprogramm. "Das ist ein großes Fest schlicht für alle", bringt es Oschmann auf den Punkt.

Dabei freuen sich nicht nur die Besucher, sondern auch die Hoteliers. Alle Zimmer sind in der Domstadt bis Sonntag ausgebucht. Ein Teil der Gäste zeltet zudem unmittelbar neben dem Gelände am Main. Doch nicht nur Musikfans sind vertreten, sondern auch ein großer diplomatischer Tross: Botschafter und Minister aus 20 afrikanischen Ländern werden zur 20. Auflage erwartet.

"Die Diplomaten haben das Festival schon über Jahre als Treffpunkt genutzt", berichtet Pressesprecher Raith. Er und seine Kollegen des Vereins freuen sich heuer besonders über die Schirmherrschaft von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). Er wird das Festival am Donnerstag um 16.30 Uhr gemeinsam mit dem Musiker Manu Dibango eröffnen.

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