Kultur : Wüstenkönig

Zum Tod des Blues- Musikers Ali Farka Touré

Roman Rhode

Ali Farka Touré, 1939 an den Ufern des Niger im Nordwesten Malis als Sohn einer islamischen Bauernfamilie geboren, galt als „König des Wüstenblues“. Ohne jegliche Schulbildung machte er sich früh einen Namen. Er spielte zunächst die einsaitige Djerka-Gitarre, später wechselte er zur akustischen und elektrischen Gitarre. Tourés Musik ist minimalistisch, ja tranceartig, sie vereint jazzige und orientalische Tonfolgen mit afrikanischem Folk. Am besten lässt sie sich mit Tourés eigenen Worten beschreiben: „Wenn ich auf den Rhythmus des Flusses horche, spüre ich, dass die Wellen wie Worte klingen. Um das zu verstehen, musst du an einem Fluss leben. Oder du hörst meine Musik.“

Wer darin die schwermütigen Melodien von John Lee Hooker erkennt, begreift zugleich, wie stark Niger und Mississippi durch den Blues verbunden sind. Touré ließ sich von Hooker und Otis Redding inspirieren. Sein mit Ry Cooder 1994 eingespieltes Album „Talking Timbuktu“ verhalf ihm zum Durchbruch und brachte ihm seinen ersten Grammy ein. Den zweiten erhielt Touré im vergangenen Jahr für das elegische Album „In the Heart of the Moon“. Zuletzt hatte sich der Gitarrist in seinen Heimatort Niafunké zurückgezogen, um sich dem Ackerbau und seinen elf Kindern zu widmen. Dort ist er nun 67-jährig nach langer Krankheit gestorben.

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