Xavier Naidoo : Fulminanter Tourstart

Xavier Naidoo kann zurzeit nichts falsch machen. Der Sänger aus Mannheim betritt die Bühne, und das Publikum liegt ihm zu Füßen.

Berlin - An die 10.000 Menschen stimmen am Montagabend in der Arena des Berliner Velodrom ein, als der Star «Wo willst du hin?» und andere Hits singt. Dabei hat sich eine erstaunlich gemischte Fangemeinde zum Auftaktkonzert der Deutschlandtour des Poppoeten versammelt. Sein Soul für Herz und Seele spricht offensichtlich nicht nur den typischen Naidoo-Fan - «jung, weiblich» - sondern auch ältere Paare und zahlreiche Männer in der Halle an.

Der 34-Jährige schwimmt hier zu Lande auf einer Welle des Erfolges. Erst im Januar war er mit der Goldenen Kamera als bester deutscher Popmusiker geehrt worden. Er sei «ein Wegbereiter des deutschen Soul und Pop», hieß es zur Begründung. So erweist sich Naidoo auch an diesem Abend nicht nur als Sänger mit Timbre, sondern als Künstler mit Botschaft, mit Hang zum Spirituellen. Der Titel seines neuen Songs «Bist du am Leben interessiert» ist auch das Motto der Solotour.

Naidoos Botschaft ist einfach und positiv: «Was wir allein nicht schaffen, das schaffen wir zusammen.» Immer wieder recken die Menschen die Arme in die Luft, wie um Verbindung aufzunehmen. Naidoo ist ganz dem Publikum zugewandt. «Wer hat sich trotz Grippe hierhergequält?», erkundigt er sich etwa oder «Wer muss morgen zur Arbeit?» Sein Fazit ist eindeutig: «Man erntet, was man sät.» Und sehr aktuell wirkt es, wenn er singt: «Kein Wort ist mehr heilig, alles wird verschmutzt.» Die Männer mahnt er, «mal ein bisschen Gefühle» zu zeigen; die Damenwelt dankt mit stürmischem Applaus.

Der Künstler kam am 2. Oktober 1971 in Mannheim zur Welt. Seine erste Gesangsausbildung erhielt er in Gospelchören, wovon er bis heute profitiert. Sein großes Vorbild war Herbert Grönemeyer. Nach dem Start als Backgroundsänger ließ er 1998 mit dem Debüt-Album «Nicht von dieser Welt» aufhorchen.

Naidoo steht in Berlin mit Kopftuch und Parker auf der Bühne. Unterstützt wird er von einer exzellenten achtköpfigen Band und einem Backgroundchor. Neben bewährtem Soul-Pop gibt es immer wieder HipHop-Einlagen von und mit Gastmusikern. Das bringt Abwechslung in die Show, die satte dreieinhalb Stunden dauert. Nach einem weiteren Konzert am Dienstagabend in Berlin ist der 34-Jährige am Donnerstag in Koblenz, am Freitag in Trier, am Sonnabend in Stuttgart und am Sonntag in Freiburg. Weit über 30 Auftritte in deutschen, österreichischen und schweizerischen Städten stehen auf dem Programm der Tournee. Schluss ist am 3. April in seiner Heimatstadt Mannheim. (Von Thomas Kunze, dpa)

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